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Mönchengladbach: Brauhaus Manamana erstrahlt in Regenbogenfarben

Gaststätte in Mönchengladbach zur EM : Brauhaus Manamana erstrahlt in Regenbogenfarben

Die Allianz-Arena in München darf zum EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn nicht in Regenbogenfarben strahlen. Hauke Jakobs Gaststätte Manamana in der Altstadt von Mönchengladbach hingegen schon. Als Signal für Menschlichkeit. Und auch, um ein wenig „die Uefa zu ärgern“.

Was in München an der Allianz-Arena nicht erlaubt war, hat Hauke Jakob nun an seinem Brauhaus Manamana an der Waldhausener Straße umgesetzt: eine strahlende Regenbogenfassade. Die Uefa hatte am Dienstag einen Antrag des Münchner Stadtrats abgelehnt, der eine Beleuchtung des Stadions in Regenbogenfarben gefordert hatte. Sie sollte beim EM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn als Zeichen für Vielfalt und selbstbestimmter sexueller Orientierung dienen. Die Uefa lehnte den Vorschlag mit der Begründung ab, dass dies politisch sei.

Das „Nein“ der Uefa war letztendlich auch ausschlaggebend für Jakob, seine Gaststätte nun zu bestrahlen. „Ich finde es gut, die Community zu unterstützen. Und nach dem Hin und Her der Uefa wollte ich ein Signal für Menschlichkeit setzen. Und um die Uefa ein wenig zu ärgern und zu zeigen, dass es auch ohne lange zu diskutieren geht“, sagt Jakob. Die Regenbogenfarben werden als Zeichen der Verbundenheit oder Solidarität mit der „LGBTQ+“-Szene verwendet. Die Szene umfasst zum Beispiel Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und queere Menschen.

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Seit Dienstag strahlt das Manamana in den Regenbogenfarben, jeweils ab Dämmerung. Das soll bis Ende des Monats so bleiben. „Die Strahler gehören ohnehin zur Fassade und leuchten sonst immer grün oder grün-schwarz“, sagt Jakob. Die RGB-Strahler auf die neuen Farben auszusteuern, habe allerdings ein paar Stunden gedauert, gibt Jakob zu.

Das Manamana steht mit seiner Regenbogen-Aktion zum Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn nicht allein da. Nach dem Aus für eine Regenbogen-Beleuchtung der Allianz-Arena entschlossen sich viele Einrichtungen, ihre Gebäude bunt zu bestrahlen. Darunter auch die Fußballstadien von Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln.

Das ungarische Parlament hatte vergangene Woche ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem Informationen von Jugendlichen über andere sexuelle Orientierungen etwa in Schulen oder im Fernsehen verbietet. Ungarn steht seit Jahren wegen Einschränkungen der Rechte von Minderheiten und der Medienfreiheit in der Kritik.

(dbr)