Mönchengladbach: Borusse und Starkoch steigen aus KFH aus

Prominentes Trio steigt aus : Gastronomie-Konzept in KFH gekippt

Borusse Patrick Herrmann, Mediziner Behrus Salehin und Sternekoch Anthony Sarpong werden die Halle nicht bespielen.

Die denkmalgeschützte Kaiser-Friedrich-Halle (KFH) gehört zu den Wahrzeichen von Mönchengladbach. Deshalb war für das kommende Jahr ein fulminanter Neuanfang geplant. Denn die Halle ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. 5,6 Millionen Euro hat die Stadt dafür veranschlagt: Geschossdecken und Lüftungsanlagen müssen erneuert werden, durch eindringende Feuchtigkeit sind die Schäden, die auch die Statik gefährden, größer als erwartet. Im selben Zug sollte auch ein neues gastronomisches Konzept umgesetzt werden. Und es klang vielversprechend.

Denn der Aufsichtsrat der städtischen Marketingtochter MGMG, Betreiberin der Halle, entschied sich Anfang Februar für ein spannendes Trio: Borussia-Profi Patrick Herrmann, der Mönchengladbacher Mediziner Behrus Salehin und der Meerbuscher Sternekoch Anthony Sarpong wollten gastronomisch frischen Wind in die KFH bringen. Vorgesehen war eine Mischung aus Gourmet-Restaurant und Bar, erschwinglicher Außengastronomie und Mittagstisch, Hochzeits- und Veranstaltungsbankett – und das in modernem Ambiente. Jetzt ist das Trio ausgestiegen.

Zu den Gründen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Offenbar ist es zu Unstimmigkeiten gekommen. Salehin und Herrmann verweisen auf Anfrage unserer Redaktion auf einen Pressetext, der so von der MGMG allerdings nicht verschickt wurde: „Die Investorengruppe konnte abschließend intern keine Einigkeit über die Finanzierung und das gastronomische Konzept erzielen“, heißt es darin. Die Investitionssumme sei nach intensiver Prüfung deutlich höher als zuvor angenommen.

Seit Anfang des Jahres 2018 plane Sternekoch Sarpong zudem weitere Projekte in der Region wie auch international. Die Investoren haben daher die Bewerbung in dieser Woche zurückgezogen. Dies werde bedauert.

Olaf Barken, Sprecher von Sternekoch Sarpong, betont auf Anfrage, es habe keinen Streit zwischen den Investoren gegeben. Auslöser sei vielmehr gewesen, dass städtischerseits erwartet worden sei, dass die Investoren die gesamten Umbaukosten im gastronomischen Bereich übernehmen sollten. Das sei nicht absehbar gewesen und auch nicht üblich.

MGMG-Chef Peter Schlipköter bestätigt den Ausstieg des nach der europaweiten Ausschreibung ausgewählten Teams. Er sei „sehr enttäuscht“ darüber. Er hofft, dass sich nun andere Interessenten melden. Andernfalls müsse noch einmal europaweit ausgeschrieben werden, „damit die Eröffnung des Restaurants in der KFH zeitgerecht erfolgen kann“. Wann die KFH wieder eröffnet, ist noch nicht ganz sicher. „Das Ziel ist, die Halle im Frühjahr und die Gastronomie im Sommer 2019 zu eröffnen“, sagt Schlipköter.

Wegen des Umbaus müssen Dutzende Veranstaltungen – zum Beispiel die des Initiativkreises Mönchengladbach, aber auch Konzerte und Karnevalssitzungen wie die Proklamation des Prinzenpaars –, aber auch private Feiern wie zu Hochzeiten auf andere Standorte in der Stadt ausweichen.

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