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Mönchengladbach: Blutiger Fund versetzt Polizei in Alarmbereitschaft

Ermittlungen in Mönchengladbach : Plazenta und blutige Hose in Neuwerk gefunden – Spuren einer Geburt?

Ist eine junge Mutter in Not? Wollte sie zur Babyklappe am Krankenhaus? Das fragt sich die Polizei gerade. Sie hat rund um das Krankenhaus Neuwerk eine große Suchaktion gestartet.

Ein rätselhafter Fund hat am Dienstag für einen Großeinsatz der Polizei rund um das Krankenhaus Neuwerk gesorgt. Wie die Polizei mitteilte, wurden am Mittag eine offenbar menschliche Plazenta und eine Hose mit Blutspuren gefunden. Gegen 12 Uhr wurde die Polizei über die Entdeckung informiert und nahm im Umfeld des Fundorts die Ermittlungen und die Suche nach möglicherweise weiteren verdächtigen Dingen auf.

Dazu waren zahlreiche Beamte der Polizei Mönchengladbach inklusive der Einsatzhundertschaft mit Suchmaßnahmen rund um die Fundstelle betraut, sagte ein Polizeisprecher. Auch Diensthunde waren im Einsatz. Die Ermittlungen und Suchmaßnahmen hatten bis zum Abend nicht zur Aufklärung der Hintergründe geführt.

„Derzeit liegen keine Hinweise darauf vor, dass die Plazenta nach einer Entbindung eines Säuglings im dortigen Krankenhaus nur unsachgemäß entsorgt wurde“, sagte der Polizeisprecher.

Aus polizeilicher Sicht sind unterschiedliche Szenarien für diesen ungewöhnlichen Fund möglich: Unter anderem sei denkbar, dass jemand ein Kind zur Babyklappe des Krankenhauses Neuwerk bringen wollte und sich dann doch anders entschieden hat. Deshalb wendet sich die Polizei nun an die Öffentlichkeit: Sie appelliert an möglicherweise überforderte Eltern, sich Hilfe suchend an die Polizei oder medizinische Einrichtungen zu wenden.

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Außerdem fragt die Polizei: Wer kann sachdienliche Hinweise auf Personen geben, die möglicherweise als Eltern eines frisch geborenen Säuglings in Frage kommen?

 Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei in Mönchengladbach unter Telefon 02161 290 entgegen. Die Ermittlungen dauern zurzeit noch an.

Die Babyklappe wurde vor fast 20 Jahren am Neuwerker Krankenhaus eingerichtet. Katholische, evangelische und nichtkonfessionelle Verbände sowie die Stadt Mönchengladbach hatten ein „Netzwerk für das Leben“ gegründet und die Klappe auf den Weg gebracht.

Das Konzept: Nach der anonymen Übergabe in der Klappe wird das Kind medizinisch betreut und kommt dann in eine Pflegefamilie. Acht Wochen hat die Mutter Zeit, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Beim Abgeben des Babys findet sie in der Klappe einen Brief, der über Beratungsstellen informiert. In einem Fragebogen kann sie anonym Auskünfte über sich und ihre Beweggründe geben.

(gap/h-h)