Die Polizei Mönchengladbach warnt Betrüger geben sich als Pflegekassen-Mitarbeiter aus

Mönchengladbach · Bei einem Telefonat werden persönliche Daten abgefragt. Danach flattert eine Rechnung ins Haus, die sofort beglichen werden soll.

Die Polizei Mönchengladbach warnt vor Betrügern, die sich am Telefon melden.

Die Polizei Mönchengladbach warnt vor Betrügern, die sich am Telefon melden.

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die Polizei Mönchengladbach warnt vor einer neuen Betrugsmasche. Als potenzielle Opfer werden wie so oft bevorzugt ältere Menschen ausgewählt: Das Telefon klingelt, am anderen Ende meldet sich ein seriös klingender Mitarbeiter einer angeblichen Pflegekasse. Mit Informationen über familiäre Verhältnisse und privaten Daten wie beispielsweise den Pflegegrad der angerufenen Person verwickelt der anonyme Anrufer die Senioren in ein Gespräch. Wenige Tage später flattert Post ins Haus: Eine Übersicht zu möglichen Leistungen der Pflegekasse plus eine Rechnung über 129 Euro, die man unverzüglich für die Dienstleistung zu begleichen habe.

Seit Ende Mai 2022 häufen sich landesweit diese Fälle und somit auch das Anzeigenaufkommen wegen Verdachts des Betruges. Allen Fällen gemein sei die oben beschriebene Vorgehensweise der Betrüger, teilt die Polizei mit. Die Senioren seien sich nicht bewusst, irgendeinen Vertrag eingegangen zu sein, der zu einer solchen Geldforderung berechtigt.

Während des Gesprächs, zu dessen Aufzeichnung sich die anonymen Anrufer telefonisch ein Einverständnis geben lassen, wird suggeriert, der Angerufene habe aufgrund seines Pflegegrades einen Anspruch gegen die Pflegekasse in Höhe von 6280 Euro.

Als „Leistung“ erhält man wenige Tage nach dem Telefonat eine auf wenigen Blatt Papier zusammengestellte Übersicht über mögliche Leistungen der Pflegekasse, die auch mit wenig Aufwand selbst hätten recherchiert werden können.

In diesem Zusammenhang rät die Polizei Mönchengladbach: „Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten, legen Sie sofort auf. Hinweise zu Leistungen im Zusammenhang mit Pflege erhalten gesetzlich und auch privat Versicherte kostenlos. Dazu bedarf es keines Dienstleisters, der dafür 129 Euro verlangt.“

Wer trotzdem eine solche Rechnung erhält, sollte sich bewusst machen: „Bei am Telefon geschlossenen Verträgen gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Widerrufen Sie den Vertrag also rechtzeitig.“

Schon häufig suchten sich Telefonbetrüger Opfer im Stadtgebiet aus. Zu den beliebten Maschen zählt zurzeit immer noch der sogenannte Schockanruf, bei dem mitgeteilt wird, Tochter oder Sohn habe gerade einen Unfall verursacht, bei dem ein Mensch gestorben sei. Der Angerufene müsse eine Kaution hinterlegen, sonst müsse der Angehörige sofort ins Gefängnis.  

Ebenfalls gerade aktuell: Menschen wird am Telefon vorgegaukelt, dass sie eine fünfstellige Geldsumme bei einem Gewinnspiel gewonnen hätten. Damit eine Sicherheitsfirma das Geld vorbei bringen könne, müsse der Angerufene allerdings mit einem niedrigen vierstelligen Betrag in Vorleistung gehen. 

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort