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Mönchengladbach: Besuchsverbote und OP-Verschiebungen in Krankenhäusern

Mönchengladbachs Krankenhäuser : Krankenbesuch nur im Ausnahmefall

Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben auch Folgen für den Alltag in Krankenhäusern. Die Kliniken haben den Besucherverkehr drastisch beschränkt und sollen nicht dringend notwendige Operationen verschieben.

Wer Angehörige oder Bekannte im Krankenhaus besuchen möchte oder vor einer geplanten, aber verschiebbaren Operation steht, muss sich auf eine veränderte Lage einstellen.

Operationen Das Krankenhaus Neuwerk sagt planbare Operationen ab, die eine anschließende Behandlung auf der Intensivstation nötig machen und „aus medizinischer Sicht nicht absolut notwendig sind“. So schaffe man Ressourcen für die Behandlung von Corona-Patienten. Lebenswichtige und medizinisch notwendige Operationen sollen weiter vorgenommen werden. Zurzeit gibt es im Krankenhaus Neuwerk einen positiv bestätigten Corona-Patienten, der isoliert behandelt wird. Bei steigenden Fallzahlen soll eine Station komplett zur Isolierstation erklärt und die Kapazität der Beatmungsplätze von acht auf 15 erhöht werden. „Es ist uns wichtig die Bevölkerung zu sensibilisieren: Es geht nicht darum, die eigene Ansteckung zu vermeiden, sondern das Anstecken anderer zu vermeiden“, sagt Geschäftsführer Sebastian Baum.

Um die Kapazitäten in der notärztlichen stationären Versorgung der Kinderklinik aufrecht erhalten zu können, bittet das Neuwerker Krankenhaus alle ambulanten Patienten, sich nur an niedergelassene Kinderärzte und außerhalb deren Öffnungszeiten an die Kindernotfallpraxis am Elisabeth-Krankenhaus zu wenden.

Die Kliniken Maria Hilf wollten sich auf Anfrage zu ihrem Umgang mit OP-Verschiebungen nicht äußern. Die Städtischen Kliniken (Elisabeth-Krankenhaus) verwiesen an die Pressestelle der Stadt. Diese wiederum verwies auf einen Erlass des Landesgesundheitsministeriums, der den Krankenhäusern empfiehlt, „planbare Operationen und Aufnahmen nach Möglichkeit zu verschieben“ und alles Nötige zu tun, um Beatmungskapazitäten zu erhöhen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Krankenhäuser daran halten“, sagte ein Stadtsprecher.

Lob für den Schritt des Neuwerker Krankenhauses gab es vom Mönchengladbacher Abgeordneten Jochen Klenner (CDU), der dem Gesundheitsausschuss des Landtages angehört. Er will sich dafür einsetzen, „dass keine Klinik durch dieses umsichtige und richtige Verhalten finanzielle Probleme bekommt“.

Besuche Die Kliniken Maria Hilf haben am Montag einen Besucherstopp verhängt. „Nur Schwerstkranke, Kinder unter 14 Jahren sowie Sterbende dürfen von maximal einem Besucher pro Tag besucht werden, sofern diese Person symptomfrei ist und sich telefonisch bei der Stationsleitung angekündigt hat“, teilte das Krankenhaus mit. Das Neuwerker Krankenhaus hat den Besucherverkehr ebenfalls gestoppt, in dringenden Fällen können Ausnahmeregelungen getroffen werden. Das Rheydter Elisabeth Krankenhaus macht Ausnahmen vom allgemeinen Besuchsverbot bei der Kinder- und Jugendmedizin sowie in der Geburtshilfe. Auch das Bethesda bittet darum, „von jeglichen Besuchen“ abzusehen. Ausnahmen seien nach telefonischer Absprache nur für die Begleitung von Patienten am Lebensende möglich.