Benefizlauf in Mönchengladbach Laufschuhe schnüren für den guten Zweck

Mönchengladbach · Etwa 100 Läufer und Nordic-Walker sind der Einladung gefolgt. Einen bis 22,5 Kilometer galt es zugunsten zweier ehrenamtlicher Vereine zu absolvieren. Auch unsere Autorin war unter den Teilnehmern und berichtet von dem Event.

Fotos vom 16. Benefizlauf des Lions Club Mönchengladbach-Abteiberg
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So war der 16. Benefizlauf des Lions Clubs Mönchengladbach-Abteiberg

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Foto: Markus Rick (rick)

Laufen ist mein Hobby. Normalerweise winkt bei sportlichen Veranstaltungen eine Medaille als Belohnung und Motivation. Beim jährlichen Benefizlauf des Lions Clubs Mönchengladbach-Abteiberg ist allerdings die Aussicht, gute Projekte oder Vereine zu unterstützen, Motivation genug. Bei der nunmehr 16. Auflage gehen die Spenden der Läufer – manche Jogger, andere Nordic-Walker – an die Vereine „Zornröschen“ und „Zeichen gegen Mobbing“. Sie beide unterstützen Kinder in schwierigen Situationen und leisten präventive Arbeit.

Vor dem Start des Benefizlaufs steht Jochen Schell, Mitglied des Vorstandes von Zornröschen, am Rand der Strecke und beobachtet die Läufer: „Die Lions sind auf uns zugekommen. Ich finde es toll, dass es so gut angenommen wird“, sagt er. Und Schell nutzt auch die Gelegenheit, auf das Theaterstück „Abpfiff“ hinzuweisen, dass Vereine unterstützen soll, sensible Themen wie sexuellen Missbrauch zu thematisieren.

Pünktlich – es ist etwa 9.30 Uhr – startet Clemens Otto, amtierender Präsident der Lions Mönchengladbach-Abteiberg, den Countdown: „Zehn. Neun. Acht. Sieben. Sechs ...“ Die Stimmung bei den etwa 100 Teilnehmern ist gut, es wird gescherzt und ein letzter prüfender Blick auf die Laufuhr geworfen. Bei mir werden es heute 7,5 Kilometer werden. Eine gute Distanz für mich, auch um meine neuen Schuhe zu testen. Und für mehr fehlt es zugegebenermaßen im Moment auch leider an Training. Dann erklingt der Startschuss.

Die Strecke führt zunächst vorbei am Borussia-Park, bevor wir in Richtung Hardter Wald auf einen Feldweg abbiegen. Die ersten Kilometer vergehen wie im Flug. Um mich herum werden Erfahrungen von vergangenen Wettkämpfen ausgetauscht, ein Läufer berichtet von seinem ersten Triathlon. Kurz bevor es in den Hardter Wald geht, ist eine Verpflegungsstation – im Läuferjargon auch gerne „VP“ genannt – aufgebaut. Es ist zwar nicht so warm, aber ich bin trotzdem froh über das Wasser und nehme noch einen zweiten Becher.

Knappe fünf Kilometer sind absolviert und ich merke meine Beine schon ordentlich. Da steckt wohl noch das ungewohnte Training mit kurzen, aber schnellen Distanzen der Vortage in den Knochen, denke ich mir. Langstreckenläufer sind eben keine Sprinter.

Dennoch: Gut erfrischt geht es für mich auf die letzten zweieinhalb Kilometer. Wieder an Feldern vorbei laufen wir Richtung Hardter Landstraße, kurz sieht man schon die spinnenartige Konstruktion des Borussia-Parks. Wie an den anderen Straßenübergängen stehen Posten, sichern uns und feuern uns an. Das gehört bei den Wettkämpfen zu den schönsten Erlebnissen: Menschen an den Straßen, die mitfiebern.

Gegen 10:20 Uhr ist es dann geschafft: Ich überquere die Ziellinie und laufe durch den schwarz-gelben Bogen. Auch für einige meiner Mitläufer ist hier Schluss, andere dagegen brechen auf zur zweiten Runde. Manche absolvieren sogar drei Runden – und damit insgesamt 22,5 Kilometer.

Am Verpflegungsstand stehen Karin Stoffelsma und Corinna Ohlig. „Super“, sagt Karin Stoffelsma und strahlt. „Es ist eine sehr schöne Strecke. Wir gehen regelmäßig laufen, meist so zehn Kilometer“, sagt Corinna Ohlig. Anke Fabelje verstaut ihre Walkingstöcke und ist „noch ganz beseelt“, wie sie sagt. Eine Stunde und vierzig Minuten hat sie für die 7,5 Kilometer gebraucht. „Dabei war ich gestern noch bis zwei Uhr im Schloss Rheydt zur Sommermusik“, sagt sie und lacht. „Ich bin zum ersten Mal hier. Man wird freundlich aufgenommen.“

Versöhnlich ist auch das erste Resümee, das Lions-Präsident Otten bei einer kurzen Pause, in der die Läufer noch auf der Strecke oder im Ziel sind, zieht: „Schön, dass wir das zugunsten von ‚Zornröschen‘ und ‚Zeichen gegen Mobbing’ machen konnten. Wir haben in den letzten Jahren schon rund 200.000 Euro eingenommen. Viel läuft über die Sponsoren“. Ich genieße derweil nach dem Lauf eine Tasse Kaffee und freue mich schon auf eine heiße Dusche.

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