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Mönchengladbach: Beatmungspflegestation will Patienten Ruhe bieten

Hilfe für Beatmungspatienten in Mönchengladbach : Diese Station will Patienten Ruhe bieten

Menschen, die über einen künstlichen Zugang beatmet werden müssen, finden auf Intensivstationen kaum Schlaf. Die Beatmungspflegestation der Kliniken Maria Hilf ist das die einzige ihrer Art in der Stadt. Ruhe gehört zum Behandlungserfolg.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen zu Bewohnern der Beatmungspflegestation der Kliniken Maria Hilf werden: ein Schlaganfall, eine Hirnblutung, eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, Krebs. Wenn auf der Intensivstation des Krankenhauses nichts mehr für sie getan werden kann, wenn ein künstlicher Zugang zur Luftröhre, ein Tracheostoma, gelegt wurde, damit beatmet oder Sekret abgesaugt werden kann, wenn sich zu Hause oder in einem Altenheim niemand zur Pflege in der Lage sieht – dann ist die Beatmungspflegestation eine Alternative. Dort kümmert sich ein Team von erfahrenen Pflegern um die Betroffenen. Sie können zur Ruhe kommen, erleben Sicherheit und nach einiger Zeit oft sogar eine deutliche Verbesserung ihres Zustandes.

„Die Bewohner, die zu uns kommen, brauchen zwischen vier und sechs Wochen, bis sie sich eingelebt haben“, sagt Ruza Vidovic, Leiterin der Beatmungspflegestation und seit zehn Jahren dabei. Nach dem Luftröhrenschnitt, dem Setzen des Tracheostomas, bleibt erst einmal die Angst zu ersticken. Das erfahrene Team der Beatmungspflegestation kann Sicherheit vermitteln. Aber auch die Ruhe kann heilsam sein. „Auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus herrscht immer Unruhe, ständig treten Notfälle auf“, erklärt Volker Bialy, leitender Pflegemanager des Maria Hilf und für die Beatmungspflegestation zuständig. Infolgedessen sind auch die Patienten einer Intensivstation selten in der Lage, eine Nacht tief und fest durchzuschlafen.

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Der Tagesablauf in einem Krankenhaus wird von internen Prozessen und medizinischen Notwendigkeiten bestimmt. Die Ansprechpartner wechseln häufig. All das ändert sich, wenn die Patienten in die Beatmungspflegestation kommen. Hier herrscht Ruhe. Hier können sie wieder durchschlafen. Die Abläufe werden an den Patienten, die zu Bewohnern werden, ausgerichtet. „Unsere Sozialarbeiterin erstellt die Biografie und wenn der Betroffene normalerweise abends geduscht hat, wird die Körperpflege auch schwerpunktmäßig abends geleistet. Oder morgens, wenn das seine Gewohnheit war“, sagt Vidovic.

Bei der Essensplanung wird auf Vorlieben geachtet. Jedem Bewohner wird täglich mindestens ein individuelles Angebot gemacht. „Wir lesen aus der Zeitung vor, Wachkoma-Patienten erhalten Massagen, so weit wie möglich werden die Bewohner mobilisiert“, erklärt die Stationsleiterin. Viele sind nicht ständig von der Beatmung abhängig, sondern können bis zu zwei Stunden ohne Gerät auskommen. Ein Besuch auf dem Markt wird ebenso ermöglicht wie der eines Gottesdienstes. Oder es geht bei schönem Wetter in Rollstühlen in den nahe gelegenen Tiergarten. Viele Bewohner sind das, was in der Fachsprache „absaugpflichtig“ genannt wird. Das heißt, über das Tracheostoma muss regelmäßig Sekret entfernt werden, das ein gesunder Mensch durch Räuspern oder durch Husten los wird. Dann wird eben beim Außentermin ein Absauggerät mitgenommen.

Nicht selten bessert sich der Zustand der Kranken nach einiger Zeit auf der Pflegestation. „Vor zehn Jahren, als die Station gegründet wurde, sind wir von einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von sechs Monaten ausgegangen“, erklärt Pflegemanager Bialy. Aber das habe sich nicht bewahrheitet, die Bewohner leben deutlich länger, zum Teil viele Jahre auf der Station. Es gibt sogar seltene Fälle, in denen der Luftröhrenschnitt wieder verschlossen werden kann. „Bei einer Krebspatientin war das möglich, und sie ist in ein normales Altenheim in der Nähe der Wohnung ihres Mannes gewechselt“, erzählt Vidovic. Auch die Angehörigen profitieren von der Beatmungspflegestation. Das erfahrene Team nimmt ihnen vieles ab und weiß, welcher Antrag wo gestellt werden muss.

Ist die Arbeit auf der Beatmungspflegestation nicht schwierig? Schließlich haben die Pflegekräfte auch immer wieder mit dem Tod zu tun. „Sicher fließen auch mal Tränen“, sagt die Leiterin. Aber es sei eine wunderbare Aufgabe, auf dieser Station zu arbeiten. „Man sieht den Erfolg, es gibt so viel positives Feedback.“