Mönchengladbach: Bauhaus-Stil am Tag des offenen Denkmals entdecken

Veranstaltung in Mönchengladbach : Die Stadt am Tag des offenen Denkmals neu entdecken

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung am Wochenende: der Bauhaus-Stil. Es wird Führung durch verschiedene Gebäude geben. Ein Überblick.

Es war eine Zäsur nach dem Ersten Weltkrieg, ein völliger Bruch mit alten Traditionen und Lebensstilen: Der Bauhaus-Stil sorgte Anfang der 1920er Jahre für neue Impulse in Kunst und Architektur. Und da alles vor 100 Jahren begann, steht das Bauhaus auch beim „Tag der Architektur“, an dem sich Mönchengladbach am Sonntag, 8. September, zum 27. Mal beteiligt, im Mittelpunkt. In acht Stationen soll an diesem Tag deutlich werden, welchen Einfluss das Bauhaus auf die Architektur in der Stadt hatte.

Eine Besonderheit zum Tag des offenen Denkmals: Am 8. September gibt es eine Versteigerung der alten Sandsteine der Brandtskapelle. Die Brandtskapelle ist eines der wenigen Baudenkmäler, die an die Ursprünge des alten Volksvereins erinnern. Nun ist es dem Förderverein Stiftung Volksverein Mönchengladbach, der die Brandtskapelle seit Jahren besitzt, gelungen, öffentliche Zuschüsse für eine Sanierung zu erhalten. Dennoch muss der Verein einen hohen Teil der Kosten selbst tragen. Deshalb werden am Sonntag ab 16 Uhr in der Brandtskapelle alte Sandsteine der Fensterbögen versteigert, die im Zuge der Sanierung erneuert werden.

In der Aula des Hugo-Junkers-Gymnasiums wird Stadtdirektor Gregor Bonin am Sonntag, 12 Uhr, allgemein in das Thema „Bauhaus“ einführen. „Die Verbindung von Technik und Kunst, Funktion und Gestaltung waren die Leitlinien des Bauhauses“, sagte Bonin. Neben seiner strikten Sachlichkeit habe das Bauhaus auch das Ziel verfolgt, die Lebensbedingungen der Menschen auf breiter Basis zu verbessern. Neue und gesündere Wohnbedingungen seien entstanden. Bauten mussten zudem hohen gestalterischen Ansprüchen genügen. „Dies hat auch Maßstab der heutigen Architektur zu sein“, sagte Bonin. Nach seinem kurzen Vortrag wird gegen 12.20 Uhr Karl Heinz Schumacher als Leiter der Unteren Denkmalbehörde die Bauhaus-Bauwerke in Mönchengladbach und Rheydt vorstellen. Um 13 Uhr wird die Avantgarde-Architektur in einem Rundgang über die Brucknerallee anhand von Mehrfamilienwohnhäusern und Fabrikantenvillen verdeutlicht. Treffpunkt ist das Mädchenwohnheim an der Mühlenstraße 33, das von 12 bis 17 Uhr besichtigt werden kann.

Am Tag des offenen Denkmals gibt es aber noch mehr zu sehen. Die Grabeskirche St. Kamillus Kolumbarium bietet Raum für gemeinsame Begegnung und Gebete (Öffnungszeiten: 9 bis 19 Uhr), die Citykirche St. Maria Himmelfahrt ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Die evangelische Hauptkirche am Marktplatz in Rheydt gilt als bedeutendes Beispiel des protestantischen Kirchenbaus. Sehenswert ist der farbige Hauptraum, der 2004 aufwendig restauriert wurde. Die Hauptkirche ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen werden um 14, 15 und 16 Uhr angeboten. Neben einer Orgelvorführung wird bei gutem Wetter auch eine Turmbesteigung angeboten.

Die Schriefersmühle hat von 11 bis 18 Uhr geöffnet, der Trostraum der St. Josef Grabeskirche an der Keplerstraße von 10 bis 17 Uhr. Führungen werden um 12 Uhr durch die Kirche mit Aufstieg zur Glockenstube und um 15 Uhr mit einer Trauerbegleiterin angeboten. Eine Orgelmeditation (13 Uhr) und ein Turmblasen mit dem Posaunenchor Mönchengladbach (16.30 Uhr) runden das Programm ab.

Bereits am Samstag, 7. September, wird eine Friedhofsführung ab 15 Uhr im Bunten Garten, Bettrather Straße, angeboten. Die Tour führt zu „Starken Frauen“ wie Louise Geury und Paula Walendy, die dort begraben sind. Das Quartiersmanagement Rheydt wird im Rahmen der „Schauzeit“ am Bauzaun der ehemaligen Gärtnerei im Maria-Lenssen-Park eine Kunstaktion mit dem Gladbacher Künstler Gregor Wosik umsetzen: Auf einem Mesh-Banner, das auf den Bauzaun gespannt wird, wird Wosik eine Visualisierung der „intakten Gärtnerei“ darstellen. Das Banner ist etwa zehn Meter lang.

Das Programm zum Denkmaltag gibt es online unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. Seit 1993 wird der Tag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, koordiniert.