Mönchengladbach: Barrierefreiheit am Schloss Rheydt

Barrierefreiheit : Schloss Rheydt ist nicht barrierefrei

Der Innenbereich und die Zugangswege am Schloss Rheydt sind für Menschen mit Rollator schwer zu begehen. Die Bezirksvertretung lehnt Umbaumaßnahmen ab.

Die Arbeitsgemeinschaft 60plus der SPD Mönchengladbach beklagt die Wege in den Parkanlagen der Stadt. Vor allem das Schloss Rheydt sei für mobilitätseingeschränkte Menschen, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind, aber auch mit Kinderwagen, schwer zu begehen. Im Innenhof und auf der Brücke liegt ein historisches Pflaster. „Bei Veranstaltungen wie zum Beispiel der ,Sommermusik im Schloss Rheydt’ werden gehbehinderte Personen ausgeschlossen“, sagt Rainer Missy, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft.

Im November vergangenen Jahres hatte die Arbeitsgemeinschaft ihr Anliegen in der Bezirksvertretung thematisiert. Sämtliche Maßnahmen, die die Anlage barrierefreier gestalten könnten, waren aber verworfen worden. Begründung: Bei der Gesamtanlage des Schloss Rheydt handelt es sich um ein Bau- und Bodendenkmal. Die historischen Wege der Schlossanlage ermöglichten es dem Besucher, das Areal auf haptische Art und Weise zu erfahren. „Dies kann zweifelsfrei für eingeschränkt mobile Personen mit einem Nachteil verbunden sein“, heißt es im Antwortschreiben der Verwaltung. Die Verlegung etwa von Bürgersteigplatten über die historische Pflasterung sei aus denkmalrechtlicher Sicht nicht möglich. Eine Neupflasterung der Bereiche wird aus dem gleichen Grund verworfen. „Für eine solche Baumaßnahme sind derzeit keine Finanzmittel geplant.“

„Der Inklusionsgedanke muss auch an denkmalgeschützten Orten in Mönchengladbach umgesetzt werden“, sagt Missy. „Die Stadt hat ein Interesse daran, alle Menschen an öffentlichen Dingen teilhaben zu lassen“, sagt Ratsherr Ralf Horst. Die Arbeitsgemeinschaft führt Beispiele aus Münster und der Soester Altstadt an, in denen es gelungen ist, historische Bereiche behindertenfreundlich zu gestalten, durch eine überarbeitete Oberflächenstruktur, ohne dass der denkmalgeschützten Charakter gefährdet wird. „Zum Beispiel kann man mit einem Füllmaterial arbeiten, das auf einen Teilbereich der Fugen aufgetragen wird“, sagt Missy.

Als nächsten Schritt will die Arbeitergemeinschaft 60plus den Integrationsbeauftragten der Stadt in die Diskussion miteinbeziehen. „Inklusion wird überall gefordert“, sagt Horst. „Doch leider kommt sie oft nicht weit.“