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Mönchengladbach: Balfolk-Tanz auf dem Rheydter Markt

Balfolk-Veranstaltung in Mönchengladbach : Ein Stadtteil tanzt zu französischer Folk-Musik

Seit einigen Wochen wird auf dem Rheydter Markt Balfolk angeboten. Die Tänze und Musik aus der Bretagne locken immer mehr Menschen an.

Zwei Stunden sollte der Tanz am Brunnen dauern, nach drei Stunden war die Veranstaltung unter freiem Himmel am Rheydter Markt beendet. „So soll es sein bei einem Balfolk-Event“, sagte Jutta Kuhlen-Bauer. Nachdem die Gruppe Les Hommes Ventrus mit mitteleuropäischem Folk die rund Hundert Besucher zum Mithören und Tanzen animiert hatte, gab es eine spontane Session, bei der einige Musiker ihre eigenen Instrumente auspackten und mit der Band zusammenspielte.

„Beim Balfolk wird zu wunderbar vielfältiger Musik getanzt, die häufig in der französischen und zum Teil anderen europäischen Folkmusiken ihre Wurzeln hat“, erläuterte die Organisatorin. Ob allein, als Paar oder im Reigen, getanzt wird, was die Füße hergeben, im Walzerrhythmus beispielsweise ebenso wie beim Bourré. „Es sind einfache Schritte, die jeder kann“, meinte Uli Knie aufmunternd, der als „Tanzlehrer“ Anweisungen gab, wie man sich bei den Folkstücken zu bewegen hat. Mit Drehleier und Gitarre, Harfe und Blöckflöte zauberten die drei Mitglieder von Les Hommes Ventrus Melodien, bei denen es leicht war, sich tänzerisch zu bewegen.

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Die Idee zum Balfolk hatte Kuhlen-Bauer in ihrem Atelier für Musik, Kunst und Kultur „Linde 98“ gemeinsam mit Gerrit Rost, Projektmanagerin im Quartiersmanagement Rheydt, entwickelt. „Wir wollten etwas für die Nachbarschaft in Rheydt tun und Schwung in die Stadt bringen nach der langen Corona-Pandemie“, sagte Rost dazu. In Zusammenarbeit mit Marius Müller, Stadteilkoordinator und zuständig für den Wochenmarkt in Rheydt entstand das Balfolk-Event, das in diesem Jahr fünf Mal an jedem dritten Samstag im Monat im Anschluss an das Markttreiben stattfindet. „Es entwickelt sich“, beurteilte Kuhlen–Bauer nach der dritten Ausführung. „Es kommen immer mehr Teilnehmer.“

Balfolk sei hierzulande noch nicht üblich, anders als etwa in Frankreich, wo solche Musik- und Tanzfeste oft stundenlang bis in die Nacht hinein stattfinden. „Das könnte mit unserer internationalen Bevölkerung auch in Rheydt gelingen.“ Kuhlen-Bauer und Rost sind motiviert, zumal immer mehr Teilnehmer ihre Instrumente dabei haben, um mitspielen zu können. „Vielleicht entwickelt sich daraus eine Gruppe, die selbst Balfolk spielt“, so die Hoffnung der diplomierten Musik- und Rhythmuslehrerin Kuhlen-Bauer.

Noch ist sie es, die die Musiker zu den einzelnen Konzerten verpflichtet. Beim nächsten Balfolk am 20. August wird es „NoLa“ sein – und wer vorher schon einmal hineinschnuppern möchte und die Tanzschritte erlernen möchte, kann an Workshops teilnehmen, die zweimal monatlich im Rhe-er Eck angeboten werden. Informationen dazu gibt es unter jutta@linde98.de.

Am Erfolg der letzten beiden Konzerte wird es auch abhängen, ob Balfolk im nächsten Jahr weitergeführt wird. „Wünschenswert und erstrebenswert sei es jedenfalls“, meinten Kuhle-Bauer und Rost unisono.