Mönchengladbach: Bahnhöfe sind wegen Dreck und Graffiti nicht akzeptabel

Stationsbericht für Mönchengladbach: Das ist Gladbachs bester Bahnhof

Fast alle Stationen in der Stadt fallen im neuesten Bericht des VRR durchs Raster. Nur die in Genhausen ist akzeptabel. Aber es soll saniert werden.

Der Bahnhof in Genhausen hat ein Alleinstellungsmerkmal in Mönchengladbach. Zumindest sehen das die Tester des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) so. Die Station mit einem Gleis, zwei Bahnsteigen und viel Grün drumherum im Rheindahlener Land ist die einzige, deren Erscheinungsbild im aktuellen Stationsbericht des VRR für das Jahr 2018 als „akzeptabel“ bewertet wird. Der Mönchengladbacher Hauptbahnhof ist von „akzeptabel“ auf „noch akzeptabel“ (mit geringfügigen Mängeln) abgestuft worden. In die gleiche Kategorie ordneten die Tester Rheindahlen und Herrath ein. Alle anderen Haltepunkte in der Stadt sind laut VRR wegen erheblicher Mängel „nicht akzeptabel“, Verbesserungen seien dringend erforderlich.

Bewertet wurden für 2018 Sauberkeit, Funktion und Grafffiti, und zwar jeweils getrennt für Zugang und Bahnsteig. Abgesehen von Genhausen und mit Abstrichen Wickrath fallen da alle Stationen durch. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner kritisiert die Bahn für den Umgang mit den Gladbacher Bahnhöfen: „Es wird Zeit, dass die DB Station und Service hier entschlossen gegensteuert.“ Während Mags und die Stadt gegen Verschmutzer vorgingen, zeige die Bahn nur „wenig Bereitschaft, etwas an der schlechten Lage zu ändern“. Der Fahrgastverband Pro Bahn bestätigt die Einschätzung der VRR-Tester: „Die Kritik ist in praktisch allen Punkten berechtigt“, sagte der Bundesvorsitzende Detlef Neuß, der aus Mönchengladbach kommt. Dabei ist an manchen Bahnhöfen in der jüngeren Vergangenheit renoviert und saniert worden, an anderen passiert dies in Kürze. Ein Überblick:

Mönchengladbach Hauptbahnhof Mit der Funktionalität haben die Tester keine Probleme, auch das Erscheinungsbild im Bahnhofsgebäude, also dem Zugang, ist „noch akzeptabel“. Das verwundert auch nicht angesichts der jüngsten Sanierungsarbeiten, auf die Gladbach lange warten musste. „Bei Sauberkeit und Graffiti sehe ich am Hauptbahnhof weniger ein Problem“, sagt Detlef Neuß. „Was mich stört, ist die nicht durchgehende Barrierefreiheit.“ Zwar gebe es an jedem Bahnsteig einen Aufzug. „Aber nur auf zwei Bahnsteigen gibt es Führungsstreifen für Fahrgäste mit Sehbehinderung.“ An einem dritten seien sie geplant. „Aber dann fehlen noch immer zwei.“ Die Arbeiten für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) sind weitgehend abgeschlossen, weitere Maßnahmen werden in der Modernisierungsoffensive 3 (MOF 3) erst noch geplant.

Rheydt Hauptbahnhof „Die Station ist oft dreckig und nicht barrierefrei“, sagt Neuß. Der Zugang fällt komplett durch, am Bahnsteig ist laut Tester nur die Funktionalität gegeben. Das soll sich schnell ändern. Die Station wird ebenfalls für den RRX umgebaut, außerdem sind Modernisierungen aus dem Paket „MOF 2“ geplant. Alle Bahnsteige werden mit Aufzügen ausgestattet, der Bahnhof soll komplett barrierefrei werden. „Das Geld ist da, die Planung ebenfalls“, sagt Neuß. Laut VRR ist der Baukostenantrag derzeit in Prüfung. Baubeginn soll aber noch im ersten Quartal 2019 sein. Das hieße: bis Ende März.

Odenkirchen Dieser Bahnhof soll bis 2023 barrierefrei sein und mit Mitteln aus dem Paket „MOF 3“ modernisiert werden. Größtes Problem sind laut Neuß Graffiti: „Schmierereien blättern eher ab, als dass sie entfernt werden. Die Sauberkeit ist desaströs, Dreck liegt dort tagelang.“

Der Umbau am Wickrather Bahnhof ist weitgehend abgeschlosen, nur noch Restarbeiten sind offen. Für Herrath, Lürrip und Rheindahlen gilt laut Tester: Modernisierung ist erforderlich, Finanzierung ist aber fraglich. Mit anderen Worten: Es wird sehr lange dauern, bis sich etwas tut.

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