Mönchengladbach: Aufatmen nach der Hitzewelle

Angler in Mönchengladbach : Aufatmen nach der Hitzewelle

Mit jedem Grad weniger Temperatur steigt die Laune der Angler. Denn unter Hitze leiden auch die Fische. Wenn sich das Wasser erwärmt, kann das fatale Folgen haben. In Wickrath sorgten Freiwillige für eine Sauerstoffzufuhr in Seen.

In Hamburg wurden mehr als fünf Tonnen tote Fische aus verschiedenen Gewässern gefischt. In einem Stausee in Baden-Württemberg waren es 20 Tonnen. Und im Hochrhein gab es ebenfalls massenhaft verendete Tiere. Die langanhaltende Trockenheit und Hitze hatte zu einem Fischsterben geführt. Das blieb in Mönchengladbach zum Glück aus. Aber auch hier gab es Befürchtungen und Vorsorgemaßnahmen.

Zum Beispiel in Wickrath: Eigentlich sind die Bedingungen für Fische in den Gewässern rund um Schloss Wickrath sehr gut. „Rheinbraun sorgt täglich für Frischwasserzufuhr, weil die Holzpfähle, auf denen das Schloss steht, nicht trockenfallen dürfen“, sagt Rainer Reuter, Vorsitzender des Sportanglervereins (SAV) Wickrath. Trotzdem: Die anhaltende Trockenheit und Hitze hatte auch dort Folgen. Die Werte in den Seen, die von dem Anglerverein ständig kontrolliert werden und die seit Jahrzehnten einwandfrei sind, ließen plötzlich zu wünschen übrig. Vor allem die im großen See vom Niersverband.

Zu einem Fischsterben wie in vielen anderen Regionen des Landes wollte es der SAV nicht kommen lassen. „Wir haben prophylaktisch gehandelt. Wir wollten nicht, dass der Sauerstoff in unseren Gewässern sinkt“, sagt Reuter. Schnell wurden 20 Leute aus dem Verein „zusammentelefoniert“. Sie sollten Lüfter aussetzen. „Die sehen so etwa aus wie Schwimmreifen mit Quirls. Sie bringen das Wasser in Bewegung und führen so Sauerstoff zu“, erklärt der SAV-Vorsitzende. Aber für die Lüfter braucht man Strom. Und das war gar nicht so einfach. „Wasser und Strom – da werden selbst Elektriker vorsichtig. Da muss alles 200-prozentig wasserdicht und fachmännisch eingerichtet sein“, berichtet Reuter.

Die Sportangler setzten Belüfter ein. Foto: SAV Wickrath

Doch diese Lüfter konnten nicht überall aufs Wasser gesetzt werden, weil Stromanschlüsse fehlen. Am Neuen See half die Freiwillige Feuerwehr Wickrath und pumpte Nierswasser in das Gewässer. Eine Aktion, über die sich die Mitglieder des Sportanglervereins sehr gefreut haben, von der aber auch die freiwilligen Feuerwehrleute profitierten. Für sie war es eine Pumpübung mit einem guten Zweck. Und auch die Stadttochter Mags, die für die städtischen Grünanlagen zuständig ist, bedankte sich für den Einsatz des Anglervereins und der Freiwilligen rund ums Schloss.

So wurde das Gewässer mit mehr Sauerstoff versorgt. Foto: SAV Wickrath

Nicht nur in Wickrath mussten Gewässer während der Hitzeperiode mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden. Im Volksgartenweiher wurde eine Tiefbrunnenpumpe eingeschaltet, damit das Wasser ständig umgewälzt wird. Außerdem wird dort die Wasserfontäne mit einer Zeitschaltuhr regelmäßig in Gang gesetzt. Auch dies sorgt für Sauerstoffzufuhr. Am Schloss Rheydt und am Geroweiher waren ebenfalls Wasserbelüfter im Einsatz.

Als die Temperaturen unter 30 Grad fielen, atmeten auch die Mitglieder des SAV Wickrath auf. „Mit jedem Grad weniger Temperatur steigt die Laune der Angler“, sagt Rainer Reuter. Schließlich geben sie auch Geld aus, um ihre Gewässer mit neuen Fischen zu besetzen, womit sie auch helfen, Arten zu erhalten.

Der Regen habe dafür gesorgt, dass die Temperaturen in den Gewässern wieder etwas gefallen seien, sagt der SAV-Vorsitzende. Nach den Erfahrungen dieses Sommers will sich Reuter mit seinem Anglerverein dafür einsetzen, dass auch in der Nähe des großen Sees, für den der Niersverband zuständig ist, ein Stromkasten installiert wird. Dann könne man auch dort bei der nächsten Hitzeperiode Wasserbelüfter einsetzen – zum Wohle der Natur.