Mönchengladbach: Attacke auf Rettungssanitäter

Angriff auf Hilfskräfte: Betrunkener prügelt Rettungssanitäter ins Krankenhaus

Ein Betrunkener hat am Samstagmittag in Mönchengladbach einen Rettungssanitäter attackiert, als dieser ihm helfen wollte. Der Retter musste vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Ein Rettungssanitäter ist am Samstagmittag bei einem Einsatz in der Mönchengladbacher Altstadt von einem 33-Jährigen angegriffen und bewusstlos geschlagen worden. Wie Stadtsprecher Wolfgang Speen berichtete, musste der Feuerwehrmann mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden. Am Sonntag war sein Zustand stabil. „Er hat zum Glück wohl keine inneren Verletzungen davon getragen“, sagte Speen unserer Redaktion. „Wir sind geschockt und fassungslos, wie inzwischen mit Rettungskräften umgegangen wird.“ Die Polizei nahm den 33-Jährigen ins Gewahrsam, das er nach der Ausnüchterung wieder verlassen durfte. Gegen ihn läuft jetzt ein Strafverfahren wegen Körperverletzung und Drogenbesitzes.

Wie die Stadt mitteilte, war die Rettungswagenbesatzung gegen 12.30 Uhr in die Gasthausstraße gerufen worden, um dem 33-Jährigen zu helfen. Passanten hatten nach einer Schlägerei in der Gasthausstraße eine alkoholisierte, verletzte Person gemeldet. Doch der offensichtlich betrunkene und unter Drogen stehende Mann, der zuvor einen Schlag auf den Kopf abbekommen hatte, wollte sich von den Einsatzkräften nicht helfen lassen, im Gegenteil: Er beschimpfte und beleidigte die Feuerwehrleute massiv. Weil die Hilfskräfte dem Bericht zufolge zunächst keine dringende Notwendigkeit für eine medizinische Behandlung feststellten, riefen sie die Polizei und warteten das Eintreffen der Beamten ab. Bevor die Polizisten allerdings hinzukamen, erbrach sich der 33-Jährige. Die Retter befürchteten deshalb doch eine Kopfverletzung bei dem Mann und setzten ihre Bemühungen fort, ihn zu untersuchen. Als einer der beiden Feuerwehrleute zum Rettungswagen ging, um Material zu holen, passierte es: Der Verletzte stand vom Boden auf, ging auf den Rettungssanitäter zu und schlug ihm unvermittelt ins Gesicht. Der Feuerwehrmann fiel auf den Boden und wurde sofort bewusstlos. Der 33-Jährige ergriff die Flucht und versteckte sich laut Feuerwehr in der näheren Umgebung. Ein Notarzt und eine zweite Rettungswagenbesatzung mussten den verletzten Feuerwehrmann versorgen und in ein Krankenhaus bringen, wo er am Abend und auch am Sonntag noch untersucht wurde.

Die kurz darauf eintreffenden Polizisten stellten den Mann und nahmen ihn vorübergehend fest. Wie Polizeisprecherin Cornelia Weber mitteilte, handelt es sich um einen wegen Drogendelikten bei der Polizei bekannten Mann. Die Vortests ergaben, dass er sowohl Alkohol getrunken als auch andere Drogen genommen hatte. Ihm wurden Blutproben entnommen. Die Beamten fanden bei ihm außerdem Drogen. Nach der Ausnüchterung im Polizeigewahrsam wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn laufen jetzt Strafverfahren wegen Körperverletzung und Drogenbesitzes.

(angr)