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Mönchengladbach: Armut laut Bertelsmann-Studie bei Kindern gewachsen

Ergebnisse der Bertelsmann-Studie : Armut ist in Mönchengladbach weit verbreitet

Die Bertelsmann-Studie legt nahe: Der Aufschwung kommt nicht bei allen an.

Die Armut in der Stadt ist landesweit mit am größten, und sie ist zwischen 2007 und 2016 in Mönchengladbach auch noch gewachsen. Das geht aus einer Studie hervor, die die Bertelsmann-Stiftung am Dienstag veröffentlicht hat. Demnach waren im Jahr 2016 20 Prozent aller Mönchengladbacher Einwohner auf Sozialleistungen angewiesen, etwa auf „Hartz IV“. Im Jahr 2007 waren es noch 18 Prozent gewesen. Der prozentuale Zuwachs ist umso bemerkenswerter, weil in dieser Zeit auch die Bevölkerung gewachsen ist. Die Stadt selbst geht von 17,8 Prozent Sozialhilfe-Empfängern aus, weil sie mit einer größeren Bevölkerung insgesamt rechnet.

Zwar ist in dem Zeitraum auch die Mönchengladbacher Wirtschaft kräftig gewachsen. Allein die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist zum Jahreswechel 2018/19 auf mehr als 98.000 gestiegen. Vor rund zehn Jahren waren es noch knapp unter 80.000. Die Daten, die die Bertelsmann-Stiftung in ihrer Untersuchung zusammengetragen hat, zeigen dies auch: Die Kaufkraft je Haushalt ist zwischen 2014 und 2016 3,4 Prozent auf 45.142 Euro gestiegen, was allerdings noch immer deutlich unter dem Landesschnitt (48.479 Euro) liegt. Der Anteil der Haushalte mit niedrigem Einkommen ist leicht gesunken, und der Anteil der Haushalte mit einem Gesamtnettoeinkommen von über 50.000 Euro im Jahr ist auf 14,2 Prozent leicht angewachsen. Die Zahlen legen aber nahe: Der Aufschwung in der Mönchengladbacher Wirtschaft erreicht längst nicht alle in der Stadt.

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Betroffen von Armut sind in Mönchengladbach vor allem Kinder und Jugendliche. 33,3 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren leben von Sozialleistungen (Landesschnitt: 19,8 Prozent), ebenso wie 24,9 Prozent aller Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren. Auch die Altersarmut ist laut Bertelsmann-Stiftung mit 5,9 Prozent aller Senioren über 65 Jahren, die von Sozialleistungen leben, in Mönchengladbach stärker ausgeprägt als im Land.