Mönchengladbach: Architektur schafft Lebensqualität

Tag der Architektur : Sieben Architektur-Objekte mit Ausrufezeichen

Am Wochenende ist der „Tag der Architektur“. Am 23. und 24. Juni können Besucher besondere Gebäude besichtigen – von der Grabeskirche bis zum Einfamilienhaus mit gläserner Lichtbrücke. Es gibt für jedes Objekt einen Besichtigungstermin.

Mönchengladbach ist derzeit eine der spannendsten Städte in NRW, wenn es um Planen und Bauen geht. Mehrere Großprojekte stehen in den Startlöchern. Aber die Stadt ist inzwischen auch eine sehr gute Adresse, wenn es um qualitativ hochwertige Architektur geht. Denn 08/15-Bauten können und dürfen nicht Standard werden: Die Stadt braucht und hat bereits Gebäude, die „stadtbildprägend“ sind und für mehr Lebensqualität stehen. Davon können sich die Mönchengladbach am 23. und 24. Juni überzeugen. Beim „Tag der Architektur“ präsentieren sich NRW-weit 254 Objekte in 110 Städten und Gemeinden – davon sieben in Mönchengladbach. Interessierte sind eingeladen, sich von Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern die Bauten vorstellen zu lassen. Das wird gezeigt:

Die Architekten Jutta Quasten-Mundt und Alexander Mundt haben in Hehn (Heiligenpesch 74) eine vorhandene Bebauung durch einen dreigeschossigen Neubau mit 18 Wohneinheiten ersetzt. Das Gebäude firmiert unter „Betreutes Wohnen“, alle Einheiten sind barrierefrei. Es gibt Mietergärten und eine gemeinschaftliche Grünanlage. Dieser Komplex ist am Samstag, 23. Juni, von 10 bis 12 Uhr zu besichtigen.

Das Architekturbüro von Hassam Abdel-Hamid hat an der Lürriper Straße 166 ein fünfgeschossiges Bürogebäude geplant, das mit seinen großen Glasfronten als architektonisches Aushängeschild gilt. Es gibt großzügige, offene Räume in einem weitgehend transparenten Bau. Wer sich das Gebäude anschauen will: Die Besichtigungstermine sind am Sonntag, 24. Juni, 11 bis 14 Uhr.

Für das Unternehmen TAS Telefonbau Arthur Schwabe hat Architekt Markus Sillmanns mit seinem Büro in Giesenkirchen (Langmaar 25) einen Erweiterungsbau entworfen. Nach außen wirkt der Kubus geschlossen, innen herrscht viel Transparenz vor. Den Bau können sich Besucher am Sonntag, 24. Juni, 11 bis 13 Uhr, anschauen.

Ein Haus in Holzrahmenbauweise: Das ist für viele Bauherren noch immer gewöhnungsbedürftig. Welche Vorteile es gibt, wie modern und energetisch effizient diese Gebäude sind, davon will Architekt Carsten Mohns die Besucher mit den Bauherren überzeugen. An der Gothaer Straße 70 hat er gemeinsam mit der Zimmerei Markus Käding ein Zwei-Generationen-Haus geschaffen. Das ist am Samstag, 23. Juni, 10 bis 12 Uhr, zu besichtigen, Führungen gibt es zur vollen und zur halben Stunde.

Wer über die Abteistraße läuft, sieht direkt gegenüber vom Museum Abteiberg ein Gebäude, das ein Bindeglied zwischen Museum und Stadt darstellt. Und das nicht nur, weil es unten ein Café und Restaurant gibt, das dem Museum fehlt. Architekt Burkhard Schrammen ist es gelungen, eine Verbindung zwischen dem Hollein-Bau und der Stadt herzustellen, sein Bau an der Krichelstraße 4 fügt sich harmonisch ein und verfügt mit seiner kubistischen Form über eine interessante Architektur. Das Gebäude wird am Samstag, 23. Juni, 11 bis 13 Uhr gezeigt, Treffpunkt ist das Café Marasol.

Ebenfalls von Burkhard Schrammen ist der Entwurf für die ehemalige Rheydter Pfarrkirche St. Josef, die jetzt Grabeskirche ist. Wo früher an der Keplerstraße 4 die Kirchenbänke standen, sind heute Anlagen für Urnengräber. Die gläsernen Grabplatten korrespondieren mit den Kirchenfenstern. „Die Gräber sind inspiriert vom leuchtenden Farbspiel der Bilder des Malers Chagall“, heißt es in der Beschreibung der Architektenkammer. Wer sich die Grabeskirche anschauen will, hat dazu an beiden Tagen des Wochenendes Gelegenheit: am Samstag, 23. Juni, und am Sonntag, 24. Juni, jeweils von 10 bis 17 Uhr.

Clever gelöst: Das Architekturbüro Ralf Voullié holt das Sonnenlicht über eine Glasbrücke ins Haus. Foto: Ralf Voullié
Das Stadtmauerhaus als Gegenüber des Museums Abteiberg  ist ein Hingucker. Foto: Knappe,Joerg (jkn)/Knappe, Jörg (knap)
Von Jutta Quasten-Mundt und Alexander Mundt stammt der Entwurf für einen Neubau in Hehn. Foto: Jutta Quasten-Mundt

Nach außen fällt die große überdachte Terrasse des Wohnhauses Im Striep 54 in Ohler auf. Der imposante Regenschutz hat den Nachteil, dass weniger Licht in den Wohnbereich einfällt. Dieses Problem hat Architekt Ralf Voullié interessant gelöst, indem er im Dachfirst mit Dachgeschossfenstern eine Art gläserne Brücke integrierte. So entsteht bis ins Erdgeschoss hinein ein interessantes Raumerlebnis. Überzeugen kann man sich davon am Samstag, 23. Juni, 11 bis 13 Uhr.

(web)
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