1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Architekt kritisiert Brücken-Neubau Viersener Straße

Viersener Straße in Mönchengladbach : Architekt kritisiert Brücken-Neubau

Fehlt ein Sicherheitsdetail an der Brücke Viersener Straße? Das jedenfalls moniert der Mönchengladbacher Architekt Christoph Schmitz. Die Stadt widerspricht.

Seit knapp einem Monat können Autos über die frisch sanierte Brücke Viersener Straße über der Hermann-Piecq-Anlage fahren. Ein verspätet geliefertes Geländer hatte die Freigabe um einige Wochen verzögert. Dieses Geländer nun sorgt bei Architekt Christoph Schmitz für Verwunderung: „Im Gegensatz zur alten Brücke fehlt der Brücke ein wichtiges Sicherheitsdetail. Hat die alte Brücke am Brückenrand über eine Betonaufkantung unterhalb des Geländers verfügt, gibt es diese wichtige Barriere an der neuen Brücke nicht“, kritisiert Schmitz. „Der neue Bürgersteig ist bis zum Rand absolut eben, ohne irgendwelche Aufkantung. Damit kann jetzt jeder Unrat auf dem Bürgersteig der Brücke völlig ungehindert unterhalb des Geländers auf die Hermann-Piecq-Anlage herunterfallen.“

Schmitz kritisiert, dass Fußgänger so ohne jede Absicht Flaschen und Steine auf die darunter fahrenden Autos schießen könnten, wenn sie unbeabsichtigt dagegen stoßen. Raum genug unter dem Geländer gibt es tatsächlich. „Die Brücke weist nicht den gebotenen Schutz auf, der an eine neue Brücke nach den neuesten Sicherheitsstandards zu stellen ist“, folgert Schmitz. „Jedes Gerüst muss zum Schutz unten stehender Personen ein ,Bordbrett’ im Fußbereich haben.“

  • Die Polizei hatte den Unfall Anfang
    Nach Unfall in Viersen : Viersener nach Unfall gestorben
  • Die schmale Brücke über den Flutgraben
    Rat soll am Donnerstag entscheiden : Bürgermeister verteidigt Flutgraben-Brücke
  • Pfarrer Christoph Simonsen vor der Citykirche.
    Glaube unterm Regenbogen : Erster queerer Gottesdienst in Mönchengladbach

Die Stadt widerspricht der Einschätzung des Architekten und verneint eine unbeabsichtigte Gefahr für Autofahrer auf der Hermann-Piecq-Anlage. Die neue Brücke sei nach den anerkannten Regeln der Technik geplant und gebaut worden. Eine Pflicht, eine solche Randaufkantung einzubauen, gebe es nicht: „Der größte Anteil der Brücken in Deutschland wird ohne die angesprochene Randaufkantung hergestellt. Die Randaufkantung der abgerissenen Brücke diente als zusätzliches Rückhaltesystem bei Fahrzeuganprall. Dieses zusätzliche Rückhaltesystem wurde bei der neuen Brücke durch ein Stahlseil im Handlauf des Geländers realisiert. Die Aufkantung diente nicht als Sicherung gegen herabfallende Teile.“

Tatsächlich ist es nicht die einzige Brücke in dem Bereich, die in den vergangenen Jahren saniert und bei der auf eine solche Aufkantung verzichtet wurde. Auch die Brücken an der Viersener Straße in Höhe des Hauptfriedhofs und an der Lindenstraße sind ähnlich gebaut. Diese führen aber über eine Eisenbahnlinie, nicht über eine Straße.

Kostenpflichtiger Inhalt Die Sanierung der Brücke war notwendig geworden, weil das alte Bauwerk die Lasten nicht mehr tragen konnte. Die Unterbauten wurden instandgebracht und werden weiter genutzt, Aufbau und Fahrbahn sind aber neu. Die Gesamtkosten stiegen im Laufe des Projekts auf 5,6 Millionen Euro. Bei der Planung 2019 war man noch von 2,9 Millionen Euro ausgegangen und 2020 von 4,5 Millionen. Unter anderem höhere Baupreise und zusätzliche Sanierungsarbeiten sorgten für Mehrkosten.