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Mönchengladbach: Arbeitslosenzentrum startet Projekt Gesund im Quartier

Innenstadt Mönchengladbach : „Gesund im Quartier“ – ein Projekt nicht nur für Arbeitslose

Gesundheit von Erwerbslosen steht im Mittelpunkt eines Präventionsprojektes für die Gladbacher Innenstadt. Organisiert wird es vom Arbeitslosenzentrum.

Arbeitslosigkeit wirkt sich auf die Gesundheit aus. Diese Erfahrung hat man im Arbeitslosenzentrum an der Lüpertzender Straße gemacht. Dessen Leiter Karl Sasserath und Vorstandsmitglied Karl Boland berichten, dass nicht nur persönliche Eindrücke, sondern auch Studien zeigen: Der Gesundheitszustand verschlechtert sich, je länger eine Person nicht erwerbstätig ist. Vielen Arbeitslosen fehlt das Geld für ein Fitnessstudio, andere wiederum verfallen in Einsamkeit und werden psychisch krank. Um besonders Menschen in prekären Lebenslagen Gesundheitsprävention ans Herz zu legen, setzt das Arbeitslosenzentrum auf das Projekt „Gesund leben im Quartier“. Im April beginnen die ersten Veranstaltungen.

Das Quartier, das das Projekt abdecken soll, umfasst die Gegend um den Abteiberg, die Stadtmitte sowie Teile von Eicken und Westend, also große Teile der Stadtteile Gladbach und Westend. Dort gibt es einen überdurchschnittlich hohen Teil an Arbeitslosigkeit und Zuwanderung. In den Stadtteilen Westend und Gladbach mit insgesamt 13.188 Einwohnern liegt der Anteil der Arbeitslosen bei 12,6 Prozent, sagen die Projekverantwortlichen.

Justine Krause ist seit November als Projektkoordinatorin tätig. Ihre Aufgabe ist es, Kooperationspartner für das Präventionsprojekt zu finden. In den vier Monaten kamen dabei schon einige zusammen. So sind für April bereits Aktionen mit der Citykirche und der Stadtbibliothek in Arbeit. Unter anderem sind auch mit dem Museum Abteiberg, der Musikschule und dem Volksverein etwas geplant. In diesen Veranstaltungen lernen die Besucher, wie sie auch ohne Fitnessstudio Sport machen können und was zu einem gesunden, ausgewogenen Frühstück alles dazugehört. Weitere Ideen der Projektgruppe sind Stadtführungen mit Yoga-Einlage oder ein Museumsbesuch inklusive Sportkurs. Ziel ist es nämlich auch, Gesundheits- und Kulturangebote auf interessante Weise zu verbinden.

Die Materialien werden dabei immer gestellt, die Teilnahme ist für alle kostenlos. Möglich macht das der Fördertopf des GKV-Bündnisses NRW, eine Initiative der gesetzlichen Krankenkassen. Für drei Jahre stellt sie dem Arbeitslosenzentrum insgesamt 200.000 Euro für neue Stellen wie die von Justine Krause, für Öffentlichkeitsarbeit und die Durchführung der Veranstaltungen zur Verfügung.

Die Angebote richten sich dabei an die gesamte Bevölkerung. Für die Nichterwerbstätigen sei es nämlich wichtig, auch mit Menschen aus anderen sozialen Gruppen zusammenzutreffen, sagt Sasserath. Zudem sei es bedeutsam, einen Raum zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen und sich öffnen können: „Alle Gruppen sollen von dem Projekt profitieren, die der erwerbslosen und benachteiligten Menschen aber besonders.“