Mönchengladbach: Arbeitslosenzentrum startet Gesundheitsprojekt

Ab Oktober in Mönchengladbach : Arbeitslosenzentrum startet Projekt „Gesund leben im Quartier“

Gesundheitsvorsorge für Arbeitslose, Alleinerziehende und Senioren am Existenzminimum soll eine Initiative leisten, die von Krankenkassen gefördert wird.

„Aufbau und Pflege gesundheitsförderlicher Strukturen im Quartier“ gehört laut Stellenausschreibung zu den Aufgaben einer Fachkraft, die ab Oktober in der Gladbacher Innenstadt ihre Arbeit aufnehmen soll. Sie wird gebraucht, um ein Projekt zu verwirklichen, mit dem sich das Mönchengladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) um die Gesundheit von Menschen in ungesicherten Lebensverhältnissen kümmern will. Gemeint sind damit neben Arbeitslosen auch Alleinerziehende, Senioren, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, und chronisch Kranke.

Längst sei unstrittig, dass eine längere Erwerbslosigkeit zu psychischen und körperlichen Erkrankungen führen könne, begründen die Initiatoren das Projekt. „Arbeitslosigkeit und Gesundheit stehen bei vielen Betroffenen in direktem Bezug zueinander“, sagt Karl Sasserath, Leiter des Arbeitslosenzentrums. Sasserath und Karl Boland, Sprecher des Trägervereins ALZ, haben daher nach eigenen Angaben unter anderem bei Politikern, bei der Landesregierung, in der Kommunalen Gesundheitskonferenz und bei Krankenkassen für ein Präventionsprojekt geworben. Mit Erfolg, denn das Projekt „Gesund leben im Quartier“ wird laut ALZ vom NRW-Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Das Projekt soll Menschen helfen, die mit etablierten Programmen der Kassen bisher nicht erreicht werden.

Konkret gehe es darum, „gesundheitsförderliche Strukturen sowie die Gesundheitskompetenz der Bewohner im Quartier zu stärken, um deren Gesundheit zu fördern und die Lebensbedingungen zu verbessern“. Vornehmlich heißt das Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung, so das ALZ: „Das kann ‚Sport und Spiel im Park’ ebenso sein wie ‚Yoga auf dem Stuhl’ oder ‚Einkaufstraining’. Selbsthilfe-Gruppen sollen sich bilden, Eigeninitiative ausgelöst und gefestigt werden.“

Zudem soll die für das Projekt zuständige Fachkraft die Zusammenarbeit bestehender Einrichtungen in der Gladbacher Innenstadt fördern, etwa in Gestalt eines „runden Tischs“, und die Ausbildung von „Gesundheitspaten“ organisieren. Anlaufstelle des Projekts und damit Arbeitsplatz der Fachkraft ist das Arbeitslosenzentrum an der Lüpertzender Straße 69. Vorgesehen ist eine Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Arbeitslosenzentrum, Fachbereich Gesundheit der Stadt Mönchengladbach, Volkshochschule, Hochschule Niederrhein, Jobcenter und Stadtsportbund.

(hh)