Jubiläum in Mönchengladbach Das Arbeitslosenzentrum ist seit 40 Jahren eine wichtige Anlaufstelle

Mönchengladbach · Bei der Jubiläumsfeier gab es ein buntes Programm und viele Gäste. Aber auch fehlende Unterstützung war ein Thema. Woran es noch fehlt.

 Michael Meier (mit Tasse) war einer der zahlreichen Gäste zur Jubiläumsfeier des Arbeitslosenzentrums.

Michael Meier (mit Tasse) war einer der zahlreichen Gäste zur Jubiläumsfeier des Arbeitslosenzentrums.

Foto: Isabella Raupold (ikr)

Aus einer Selbsthilfegruppe heraus entstand vor 40 Jahren das Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach (ALZ). Trotz vielfacher Probleme um Personal, Finanzierung oder geeignete Räume hat es sich behauptet. Vorstandssprecher Karl Boland: „Wir sind zu einer unverzichtbaren Stelle für Menschen in prekären Lebenslagen geworden.“

Die aktuell steigenden Besucherzahlen zeigen die Not vieler Menschen in dieser Zeit, sagt Sozialarbeiter Karl Sasserath, nach dem überraschenden Weggang der ehemaligen Leiterin Justine Krause derzeit Interimsleiter des ALZ. „Die hohen Zahlen zeigen aber auch, dass wir in der größten sozialen Krise seit Bestehen unseres Zentrums leben“, erklärt er die derzeitige Situation des Arbeitsmarktes und der Wirtschaftskrise.

Etwa 100 Ratsuchende kommen täglich ins Zentrum an der Lüpertzender Straße und nehmen die Angebote zum verbilligten Mittagstisch, zur Beratung oder zur Begegnung in Anspruch. Wie auch Michael Meier; der ehemalige Bundesbeamte ist durch Krankheit in eine missliche Situation geraten und nimmt aus diesem Grund das Angebot des frisch gekochten Mittagstischs zum kleinen Preis an. Dietmar Jung, ehemaliger evangelischer Seelsorger in Odenkirchen und als Vorstandsmitglied im Zentrum tätig, erwähnt, dass zunehmend Personen mit Migrationshintergrund um Beratung, Ratschläge und Tipps das Zentrum aufsuchen. So hätten sich die drei Säulen „Beratung, Begegnung und Mittagstisch“ in den 40 Jahren bewährt, weil sie intensiv genutzt werden.

Sorgen bereiten dem ALZ die finanzielle Lage. So sagt Karl Sasserath, dass die Stadt Mönchengladbach ihre finanzielle Unterstützung seit zehn Jahren nicht angehoben hat. „Wir brauchen nicht nur in der jetzigen Situation Unterstützung, denn das Bisherige reicht nicht.“ Außerdem, fordert Sasserath, braucht das ALZ neben den sechs Vollzeitkräften und den vier Geringverdienern eine neue Führung. Gespräche mit der Verwaltung stehen an.“

Zu den Gästen bei der Geburtstagsfeier am Samstag Nachmittag zählten Oberbürgermeister Felix Heinrichs, Bürgermeisterin Josephine Gauselmann (SPD), Jochen Klenner (CDU), die Ratsfrauen Anna Bögner (Grüne), Anita Hoffmann (Grüne), Marion Manske (Grüne) sowie die Ratsherren Reinhold Schiffers (SPD) und Rainer Gutowski (FDP). Live-Musik kam von der Akustik-Blues-Pop-Band Hier geht was. Ein Glücksrad mit Gewinnoptionen stand bereit und es gab Eintopfsuppe, Kuchen und Getränke.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort