Weniger Geld für die Stadtkasse Mönchengladbach Bergmann bleibt Vorstandschef der Sparkasse

Mönchengladbach · Der Stadtrat und der Verwaltungsrat stimmten für die erneute Berufung des 58-Jährigen bis zum Jahr 2028. In diesem Jahr gibt es für den Stadthaushalt erstmals weniger Geld vom Gewinn der Sparkasse. Woran das liegt und wie hoch die Summe noch ist.

Antonius Bergmann ist seit vielen Jahren bei der Stadtsparkasse.

Antonius Bergmann ist seit vielen Jahren bei der Stadtsparkasse.

Foto: Sparkasse MG/Thomas Ingenpaß

Antonius Bergmann bleibt weitere fünf Jahre Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Mönchengladbach. Der Verwaltungsrat des Geldinstituts hatte Bergmann in seiner jüngsten Sitzung für die Zeit von Juli 2023 bis Juli 2028 erneut in den Vorstand bestellt und ihn zum Vorsitzenden berufen, wie die Sparkasse mitteilte. Der Stadtrat genehmigte die Entscheidung einstimmig.

Der Stadtrat stimmte auch einem weiteren Entschluss aus dem Verwaltungsrat der Sparkasse zu, der für die Stadtfinanzen etwas unangenehmer ist: Es gibt weniger Geld vom Gewinn für den Stadthaushalt. Bisher waren es zumeist sechs Millionen Euro gewesen, die die Sparkasse vom jährlichen Gewinn an die Stadt abführte. Für 2021 sind es aber nur 3,2 Millionen Euro, was nach Abzug von Steuern und Abgaben eine Einnahme von knapp 2,7 Millionen Euro bedeutet. Geplant hatte die Stadt mit netto rund fünf Millionen Euro – das Minus muss im Haushalt ausgeglichen werden.

Dennoch fiel die Entscheidung einstimmig, und sie war auch nötig. Denn vom Jahresüberschuss in Höhe von rund 9,2 Millionen Euro mussten sechs Millionen Euro in die Sicherheitsrücklage des Hauses eingestellt werden. Die Bankenaufsicht verlangt eine starke Eigenkapitalausstattung.

Problem ist vor allem das bis in dieses Jahr hinein niedrige Zinsniveau: Der operative Gewinn sank in den vergangenen fünf Jahren von 51 Millionen Euro auf 35 Millionen Euro. Ebenso sank der Jahresüberschuss (nach Steuern und Bewertungsmaßnahmen) im gleichen Zeitraum von 16 Millionen Euro auf 9,2 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 42,5 Prozent, wie die Stadt im Rat den Politikern vorrechnete.

Antonius Bergmann (58) hatte den Vorstandsvorsitz im April 2021 von Hartmut Wnuck übernommen. Angesichts des Krieges in der Ukraine, der Rezession und Inflation sagt er in einer Mitteilung der Stadtsparkasse: „Die aktuellen Herausforderungen sind groß und die langfristigen Auswirkungen für unsere Stadt, für die Gesellschaft, die Wirtschaft in Deutschland und weltweit nicht absehbar. Es sind schwierige Zeiten.“

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