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Mönchengladbach: Angeklagter im Prozess um Messerattacke laut Gutachter schuldfähig

Verfahren in Mönchengladbach : Prozess um Messerattacke: Angeklagter schuldfähig

Im Verfahren wegen versuchten Totschlags sagte jetzt eine Gutachterin aus zum Drogenkonsum und Persönlichkeit des 41-Jährigen.

„Es bleiben viele Fragen offen, ich kann aber keine Einschränkung der Schuldfähigkeit erkennen“, mit diesen Worten schloss die psychiatrische Sachverständige ihr Gutachten. Ihre Anamnese bezieht sich auf einen heute 41-Jährigen, der im Jahr 2012 eine Frau in ihrer Wohnung überfallen, sie gewürgt und mit einem Messer verletzt haben soll. Damals konnte der Angreifer unerkannt vom Tatort fliehen und erst später auf Grund eines DNA-Treffers identifiziert werden.

Beim  Besuch des gebürtigen Vierseners in der JVA haben sie ihn vordergründig kooperativ und freundlich erlebt. Er habe jedoch nur oberflächliche Antworten gegeben, habe gereizt gewirkt, sei oft abgeschweift, sein Verhalten habe überzogen gewirkt. Laut Gutachten zeige der Mann narzisstische Züge sowie ein Dominanz- und Kontrollverhalten. Einen Tag nach der Tat im Jahr 2012 hatte sich der Angeklagte in eine Klinik einweisen lassen. Bei der Aufnahme habe er angegeben, er sei besorgt über sein Verhalten im Rauschzustand und habe das Gefühl, etwas unternehmen zu müssen, da er als Familienvater Verantwortung trage. In Arztbriefen dokumentiert sei eine Amphetaminabhängigkeit, jedoch keine körperlichen oder neurologischen Befunde. Zu seinem Amphetaminkonsum befragt, habe der Mann angegeben, seit etwa 12 Jahren zu konsumieren.  Da er Selbstmordgedanken gehegt habe, sei er zunächst auf eine geschützte Station gekommen.

Laut Eindruck der Sachverständigen sei es nicht einfach, einen Einblick in das Innere des Angeklagten zu erhalten. Zu seinem Drogenkonsum könne er keine oder nur pauschale Angaben machen. Möglicherweise habe bei ihm zum Tatzeitraum eine Vergiftung durch die eingenommenen Substanzen vorgelegen, die ihn zu der ihm zur Last gelegten Handlung getrieben hätten. Dies sei heute jedoch nicht mehr nachweisbar. Eine Persönlichkeitsstörung liege nicht vor, der Mann habe über Jahre ein geregeltes Leben geführt, Abitur und eine Ausbildung gemacht, mehrere Jahre gearbeitet.

Laut Aussage des Opfers habe er vor der Tat klare Angaben gemacht, noch nach seinen Handschuhen gefragt und daran gedacht, die vor der Tür ausgezogenen Schuhe mitzunehmen. Nach der Tat habe er sich im Bad die Hände gewaschen. Dies alles zeige ein „hochflexibles Verhalten“ und somit das Gegenteil einer Amnesie, bei der die Wahrnehmung eher nach innen gerichtet und eingeengt sei. Somit sei keine Einschränkung der Schuldfähigkeit gegeben. Der Prozess wird fortgesetzt.