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Mönchengladbach: Angeklagter dachte nach eigenen Angaben an Terroranschlag

Prozess in Mönchengladbach : Angeklagter dachte nach eigener Aussage an Anschlag

Der Arzt bescheinigte dem 31-Jährigen eine psychotische Störung. Die Kammer erklärte, dass sie ein zweites Gutachten benötigt, um die Therapierfähigkeit des Mannes zu beurteilen.

Im Prozess um einen Messerangriff sagte am Montag ein Arzt der LVR-Klinik in Rheydt aus, in der der 31-jährige Angeklagte zwischen 2013 und 2018 mehrfach untergebracht war. Der letzte Aufenthalt war im Dezember 2018. Nur drei Tage später soll der Angeklagte einen Bekannten in dessen Wohnung mit einem Messer angegriffen haben. Laut Sachverständigem habe der Mann bei Aufnahme erklärt, Stimmen zu hören und vor der Entscheidung zu stehen, sich selbst oder andere zu verletzen. Einmal habe er erklärt, er trage sich seit drei Jahren mit dem Gedanken, einen Terroranschlag zu verüben.

Auch der dritte Mann, der am Tatabend neben dem Angeklagten in der Wohnung des Opfers war, sagte aus. Der 35-Jährige erklärte, den Angeklagten seit acht Jahren zu kennen, man trinke häufiger zusammen. Am Tatabend habe er irgendwann gehört, dass der Angeklagte mehrfach „Ich mache Dich tot“ gerufen habe, bevor er ein Brotmesser genommen und in den Bauch des Bekannten gestochen habe. Bereits während des gemeinsam verbrachten Tages sei der Mann durch ein aggressives Verhalten aufgefallen. Ebenso sagte am Montag der Sachverständige aus, der den Angeklagten begutachtet hatte. In den Gesprächen habe dieser die Tat als „Unfall“ dargestellt und erklärt, dass es ihm eher für sich als für das Opfer leid tue: „Sein Leben sei im Eimer, und er müsse nun auf ein mildes Urteil hoffen. Und während er in Haft sei, könnten seine Freunde fröhlich weiter trinken“, so die Aussage des 31-Jährigen.

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Der Arzt bescheinigte ihm eine psychotische Störung sowie eine akute Alkoholvergiftung sowie -abhängigkeit und erklärte seine Einsichts- sowie Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt für erheblich vermindert. Ähnliche Taten seien gerade unter Alkoholeinfluss möglich. Da der Angeklagte jedoch keine Therapie wünsche, sei deren Erfolg sowie eine Behandlung der Psychose unwahrscheinlich. Die Kammer erklärte, dass sie ein zweites Gutachten benötigt, um die Therapierfähigkeit des Mannes zu beurteilen.