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Mönchengladbach: Angeklagte gestehen Raubüberfall auf Rentnerin

Prozessauftakt Landgericht : Angeklagte gestehen Raubüberfall auf Rentnerin

Die beiden 36 und 39 Jahre alten Männer gaben ihre Tat vom vergangenen September beim Prozessauftakt vor dem Landgericht zu. Am 22. Mai soll das Urteil in dem Verfahren gesprochen werden.

Zwei Gladbacher sollen im September 2019 eine Rentnerin in ihrer Wohnung in Rheydt überfallen und beraubt haben. Zum Prozessauftakt am Donnerstag gaben beide Männer, die sich wegen gemeinschaftlich begangenem schweren Raubs verantworten müssen, die Tat zu.

Laut Staatsanwaltschaft sollen sie der 68-Jährigen den Mund zugeklebt sowie Hände und Füße mit Klebeband umwickelt haben. Bei der Tat erbeuteten die 36 und 39 Jahre alten Männer 20 Euro Bargeld, eine EC-Karte, Schmuck, ein Handy sowie einen Laptop. Anschließend hätten sie die Frau aufgefordert, ihnen den Pin für die EC-Karte zu nennen. Dann hätten sie die 68-Jährige gefesselt und geknebelt zurückgelassen und 95 Euro vom Konto der Frau abgehoben. Beide Männer lassen später erklären, das Geld für den Kauf von Drogen genutzt zu haben. Die Kammer erteilt den rechtlichen Hinweis, dass auch eine Verurteilung wegen tateinheitlich begangenen erpresserischen Menschenraubs ergehen könne.

Der Verteidiger des 39-Jährigen erklärt für seinen Mandanten, dieser sei zwei Monate vor der hier angeklagten Tat aus der Haft entlassen worden, hätte sich bemüht, einen nicht kriminellen und drogenfreien Weg zu gehen. Doch der Angeklagte sei schnell rückfällig geworden, habe Heroin und Kokain konsumiert sowie täglich eine Kiste Bier getrunken. So sei es auch am Tattag gewesen, den er gemeinsam mit dem Mitangeklagten verbracht habe. Am frühen Abend hätten sie aus Angst vor Entzugserscheinungen beschlossen, Geld zu besorgen.

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In Rheydt seien sie auf eine offene Haustür getroffen und hätten an der Wohnung der Frau geklingelt. An das gesamte Geschehen habe der Angeklagte nur „inselhafte Erinnerungen“; er erinnere sich jedoch, dass er die Rentnerin gefesselt habe und bei ihr geblieben sei, während der Bekannte die Wohnung durchsucht habe. Nachdem verwertbare Dinge gefunden und die Pin-Nummer in Erfahrung gebracht worden sei, hätten sie Geld abgehoben und davon Drogen gekauft. Auch der 36-jährige Angeklagte kann sich nicht in Gänze an den Überfall erinnern: Laut Verteidiger habe er an diesem Tag Heroin sowie mehrere Tabletten konsumiert.

Die Geschädigte sagt vor Gericht aus, dass beide Männer sich „sehr sicher gefühlt“ und sich eine Stunde Zeit für das Durchsuchen ihrer Wohnung genommen hätten. Obwohl die Männer nicht grob gewesen seien, habe sie doch große Angst gehabt, und diese werde „auch für immer bleiben“. Beide Angeklagten boten ihr am Donnerstag ein Schmerzensgeld in Höhe von je 1000 Euro an, das die Rentnerin dankbar annimmt. Die Plädoyers sollen am 22. Mai gehört werden, dann soll auch das Urteil ergehen.