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Mönchengladbach: Angeklagte geben Überfall auf Juweliergeschäft zu

Landgericht Mönchengladbach : Angeklagte geben Überfall auf Juweliergeschäft zu

Seit Montag müssen sich zwei von insgesamt vier mutmaßlichen Tätern aus Litauen wegen schweren Raubes und gemeinschaftlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten. Ein Urteil wird bereits für Mittwoch erwartet.

Im März 2018 sollen die Männer ein Juweliergeschäft in Rheydt überfallen haben. Dabei soll sich ein 33-jähriger Angeklagter damals als vermeintlicher Kunde ausgegeben und die Klingel des Ladens betätigt haben, während sich drei weitere Männer versteckt gehalten hätten.

Nachdem der Juwelier die Tür geöffnet habe, sollen sich alle vier in die Geschäftsräume gedrängt und die Tür mit einem Ast blockiert haben. Einer der Männer soll den Inhaber mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihm eine Schreckschusspistole vorgehalten haben, woraufhin dieser in die hinteren Geschäftsräume geflüchtet sei. Die Räuber sollen laut Anklage dann mit mitgebrachten Brecheisen mehrere Vitrinen aufgebrochen und 33 Armbanduhren im Gesamtwert von über 200.000 Euro gestohlen haben. Alle vier seien vom Tatort geflüchtet.

Die beiden Angeklagten wurden im Dezember 2019 in Litauen verhaftet und für den Prozess nach Deutschland überstellt. Beide Angeklagte gaben die Beteiligung an dem Überfall am ersten Verhandlungstag zu. Laut ihrer Aussage hätten sie in Litauen den Vorschlag erhalten, einen Überfall auf ein Juweliergeschäft in Deutschland zu verüben. Der 36-Jährige erklärte, die „eigentlichen Drahtzieher über einen Bekannten“ kennengelernt zu haben. Ein Mann, den er als „Boss“ der Gruppe bezeichnete, habe erklärt, bereits mehrere Überfälle in Deutschland verübt zu haben. Dieser Mann sei jedoch nicht vor Ort an dem hier angeklagten Vergehen beteiligt gewesen.

Als Grund für ihre Tatbeteiligung gaben beide Angeklagte Geldprobleme an. Wenige Tage vor dem Überfall seien sie sowie die zwei weiteren Tatbeteiligten in ein Hotel in der Nähe der Stadt gebracht worden. Einen Tag vor der Tat hätten sie das Juweliergeschäft und die Umgebung ausgekundschaftet, hätten vom Anführer der Gruppe das Gebüsch gezeigt bekommen, wo am Tattag Brecheisen, Mützen sowie Handschuhe für sie deponiert gewesen seien. Für den Prozess sind insgesamt drei Verhandlungstage vorgesehen, ein Urteil wird bereits für Mittwoch erwartet.