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Mönchengladbach: An Rathäusern sollen Regenbogenfahnen wehen

Zum Christopher-Street-Day : Regenbogenfahnen an Mönchengladbachs Rathäusern

Einstimmig hat sich der Hauptausschuss Mönchengladbach für das Hissen der Regenbogenfahnen zum alljährlichen Christopher-Street-Day ausgesprochen. Jedoch noch nicht in diesem Jahr.

Das erste gleichgeschlechtliche Prinzenpaar in Mönchengladbach, Prinz Axel I. und Niersius Thorsten, hat in der vergangenen Karnevalssession offenbar nicht nur die Herzen Narren erobert, sondern auch bei einigen Politikern im Rathaus ein Umdenken bewirkt. Jedenfalls folgte der Hauptausschuss am Dienstagabend einstimmig einem Antrag der FDP, jedes Jahr zum Christopher Street Day (CSD) an den Rathäusern in Rheydt und Gladbach als Zeichen der Solidarität und Offenheit die Regenbogenfahne zu hissen.

Der CSD ist eine weltweit verbreitete Demonstration für die Rechte von queeren Menschen, die Regenbogenfahne ist ihr Symbol. In Mönchengladbach wird seit 2015 jährlich ein CSD veranstaltet. Das Hissen der Fahne war bisher jedoch an der Groko-Mehrheit aus CDU und SPD gescheitert. „Die Stadtgesellschaft hat sich aufgemacht, diese Normalität sollten wir sichtbar machen“, sagte CDU-Fraktionschef Hans Peter Schlegelmilch jetzt im Hauptausschuss und sorgte mit der neuen Position in der Frage nicht nur bei der Opposition für Verwunderung.

Die Linke, die alljährlich das Hissen in Regenbogenfarben beantragt, tat es auch diesmal. Da der CSD diesen Sommer wegen der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen nicht stattfinden kann, sollten die bunten Fahnen, so Linken-Fraktionschef Torben Schultz, erst recht an den Verwaltungsgebäuden gehisst werden, um ein Zeichen der Toleranz zu setzen. Auch Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath plädierte dafür, zum Ausdruck zu bringen, „dass jeder in dieser Stadt willkommen ist“. Eine Mehrheit für seinen Vorstoß erhielt Schultz jedoch nicht. „Die Reaktionen aufs Prinzenpaar haben gezeigt, dass die Stadtgesellschaft schon viel weiter ist als der Rat es bei der letzten Fahnendebatte war“, sagte FDP-Fraktionschefin Nicole Finger. Sie schlug einen Kompromiss vor: Wenn der CSD stattfindet, sollen an beiden Rathäusern die Regenbogenfahnen wehen, „aber dieses Jahr sollten wir Bescheidenheit wahren“. Dem konnten alle folgen.

Zuvor war es im Anregungs- und Beschwerdeausschuss bereits um ein ähnliches Thema gegangen. Die Vereine Leslie, CSD Mönchengladbach und die „Leckere Jecke“ hatten als Petenten städtische Unterstützung bei der Realisierung eines queeren Zentrums beantragt. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zeigte in seiner Antwort prinzipielle Bereitschaft, zum Beispiel bei der Vermittlung von Räumen zur Zwischennutzung, betonte aber auch, dass unterschiedliche Bereiche der Verwaltung involviert werden müssten und deshalb eine Hilfeleistung kurzfristig nicht möglich sei. Nach Diskussion einigte sich auch hier die Politik auf einen Kompromiss, den SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs vorschlug: Es soll mit den unterschiedlichen Initiativen besprochen werden, ob und wie ein solches Zentrum realisiert werden könne.