Polizeieinsatz in Mönchengadbach Amokdrohung an der Geschwister-Scholl-Schule

Mönchengladbach · Auf der Toilettenanlage hatte ein Schüler am Mittwoch, 21. Februar, eine Gewalttat angedroht. Die Polizei geht derzeit von „Klo-Schmierereien“ aus, will die Lage aber ständig neu bewerten.

An der Geschwister-Scholl-Schule hatte die Polizei in den Oktoberferien trainiert, wie man bei Amokläufen einschreitet.

An der Geschwister-Scholl-Schule hatte die Polizei in den Oktoberferien trainiert, wie man bei Amokläufen einschreitet.

Foto: Carsten Pfarr

Einen Tag vor dem schrecklichen Ereignis an einem Gymnasium in Wuppertal-Elberfeld hat es eine Amokdrohung an der Geschwister-Scholl-Realschule in Mönchengladbach für den 28. Februar gegeben. Das wurde am Donnerstag, 22. Februar, bestätigt. Wie ein Polizeisprecher sagte, habe man in der Schule in den Toilettenanlagen entsprechende Drohungen an der Wand gefunden. Die Polizei sei gegen 14.45 Uhr dorthin gefahren, habe Fotos gemacht und eine Anzeige geschrieben.

„Wir gehen zurzeit von Klo-Schmierereien aus“, sagte der Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei ermittle wegen Gefährdung des öffentlichen Friedens durch Gewaltandrohung. Eine akute Gefahr sehe man aber nicht. Es sei auch eher ungewöhnlich, eine Gewalttat anzudrohen, die eine Woche später stattfinden soll. Der Polizeisprecher: „Wir stellen uns aber entsprechend auf und werden die Lage laufend neu bewerten.“

Angeblich soll es seit einiger Zeit wieder TikTok-Challenges zum Thema Amok geben. Immer wieder erhält die Polizei Meldungen über Bomben- und andere Gewaltandrohungen in Schulen.

Ende vergangenen Jahres hatte es auch in Mönchengladbach eine ganze Serie gegeben. Am 24. Oktober war eine Bombendrohung an der Gesamtschule Hardt eingegangen. Am frühen Morgen dieses Tages war an Unterricht zunächst noch nicht zu denken. Schüler versammelten sich auf dem Schulhof, während die Polizei das Gebäude durchsuchte. Kurz darauf waren die polizeilichen Maßnahmen aber bereits beendet, und es konnte schnell Entwarnung gegeben werden.

Nur wenige Tage zuvor hatte es Bombendrohungen an Schulen in ganz Deutschland gegeben. Betroffen war auch die Realschule Volksgarten in Mönchengladbach. Das Schulzentrum in Hardt war zuletzt im März dieses Jahres Ziel einer Bombendrohung gewesen. Ein 15-Jähriger soll aus dem Ausland heraus eine entsprechende Mail an die Grundschule in Hardt geschickt haben, weshalb auch die Gesamtschule betroffen war.

Auch im Februar hatte es gleich mehrere Drohungen an Mönchengladbacher Schulen gegeben. Zunächst war eine solche Drohung für den 14. Februar an der Bischöflichen Marienschule öffentlich geworden. Kurze Zeit später tauchte ein Schreiben an der Gesamtschule Espenstraße auf.

Mitte Oktober, in den Herbstferien, hatten Einsatzkräfte der 12. Bereitschaftspolizeihundertschaft (BPH) des Polizeipräsidiums Mönchengladbach in der Geschwister-Scholl-Realschule den Ernstfall geprobt. Mehrere Stunden wurde dort unter realen Gegebenheiten trainiert, wie man bei bestimmten Bedrohungsszenarien eingreifen kann.

Wie auch im aktuellen Fall in der Geschwister-Scholl-Schule sah die Polizei Mönchengladbach bisher nie eine akute Gefahr. Die Schmierereien an der Toilettenwand sind auf jeden Fall bereits entfernt worden.

(gap)
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