Mönchengladbach: Amazon nimmt Logistikzentrum Rheindahlen in Betrieb

Mehr Verkehr befürchtet : Amazon startet Betrieb in neuem Logistikzentrum in Mönchengladbach

500 Mitarbeiter des neuen Amazon-Logistikzentrums in Rheindahlen beziehen am heutigen Montag ihre Arbeitsplätze. Doch nicht alle sind begeistert von dem neuen Nachbar.

Ein bisschen wie am ersten Schultag dürften sie sich schon fühlen, die gut 500 Mitarbeiter, die am heutigen Montag ihren ersten Arbeitstag im Rheindahlener Logistikzentrum des Online-Handelsriesen Amazon haben. Sie werden dort neben ihren neuen Kollegen auch fast 30.000 Regale sehen. Doch darin herrscht noch gähnende Leere. „Die erste Ware wird ebenfalls erst ab Montag angeliefert und eingelagert“, sagt Unternehmenssprecherin Antje Kurz-Möller.

Bis die Regale prall gefüllt sind, dauert es noch eine Weile. Denn das riesige Zentrum, in dem einmal mehr als zehn Millionen einzelne Waren-Stücke lagern sollen, wird nach und nach hochgefahren. Die Mitarbeiter sind zwar bereits angelernt, aber Menschen, Abläufe und Maschinen sollen schrittweise zueinander finden können. „Bis zum Weihnachtsgeschäft sollte es dann rund laufen“, sagt Kurz-Möller, „und das Weihnachtsgeschäft beginnt bei uns im Oktober.“

Der wachsende Betrieb in dem Zentrum soll bis zum Jahresende zum einen noch mehr Jobs bringen: Etwa 1000 Beschäftigte sollen dort dann tätig sein. Floriert das Geschäft, können es später auch mehr werden. Das Unternehmen hat emsig Personal rekrutiert, ist aber weiterhin auf der Suche nach Versandmitarbeitern. Und auch Stellenangebote für Spezialfunktionen wurden vor Kurzem noch auf den Internetseiten des Unternehmens veröffentlicht.

Zum anderen wird das Hochfahren des Betriebs dem Umland mehr Verkehr bescheren – zur Besorgnis nicht weniger Rheindahlener. In Spitzenzeiten werden laut einem Verkehrsgutachten nachmittags bis zu 150 Fahrzeuge aus dem Gewerbegebiet am Ortsrand von Rheindahlen auf die Bundesstraße 57 fahren. Zu diesem Fahrzeugaufkommen trägt das ebenfalls im Gewerbegebiet angesiedelte Unternehmen Reuter bei. Um dem wachsenden Verkehrsaufkommen Herr zu werden, baut die Stadt die zum Gebiet führenden Straßen und die Zufahrt zur Autobahn 61 aus.

Damit Mitarbeiter von Amazon und Reuter mit dem Bus zur Arbeit fahren können, fahren die Wagen der Linien 004 und 007 nach Angaben der NEW ab dem heutigen Montag über die Haltestellen „Hamburgring“ im Gewerbegebiet. Die Linie 004 vom Marienplatz kommend und die Linie 007 von Mönchengladbach Hauptbahnhof kommend, steuern an der Haltestelle „Hilderather Straße“ den Bussteig 4 an. Weiter geht es in Richtung Hamburgring. Dort werden die Haltestellen „Hamburgring 1“, Hamburgring 2“ und „Hamburgring 3“ bedient. Die Linie 004 fährt auf dem Rückweg an der Haltestelle „Hilderather Straße“ den Bussteig 1 an und die Linie 007 den Bussteig 2.

Das erste Paket soll nach einer Woche Warmlaufphase am 12. August das Zentrum verlassen. Was drin sein wird, weiß noch niemand. Antje Kurz-Moeller kann nur sagen: Es wird kein riesiges Teil sein. „Größere Waren wie Waschmaschinen oder Bügelbretter werden nicht von Mönchengladbach versendet, das würde andere Anforderungen ans Lager stellen.“ Von Rheindahlen gehen eher kleinere Waren vom Kaliber Buch, CD oder Kleinspielzeug für den weiteren Versand an Sortier- und Verteilzentren auf die Reise. Von diesen aus geht die Ware dann zu Kunden in der ganzen Welt.

Den menschlichen Mitarbeitern werden Roboter assistieren. Sie fahren ein Regal (etwa ein Quadratmeter Grundfläche, fast zwei Meter hoch und von vier Seiten zugänglich) zum Mitarbeiter. Der nimmt dann die bestellte Ware aus dem Regal. „Da lässt sich die menschliche Hand nicht ersetzen“, sagt Kurz-Möller. Gearbeitet werde in zwei Schichten zwischen 10 Uhr morgens und 3 Uhr nachts.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sieht die Technik von Amazons Logistikzentrum in Mönchengladbach aus

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