Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag Aids-Hilfe befragt Mönchengladbacher Schüler

Mönchengladbach · Das Präventionsteam hat in acht Schulen in der Stadt Fragebögen zur Erkrankung verteilt. Die Schüler waren überrascht, wie wenig sie über das Virus wissen.

 Die Schülerinnen Narthagei, Yagmur und Aurelie (v.l.) füllen Fragebögen zum Thema HIV/Aids aus, die Klaus Schneider (Mitte) und Robert Lierz (rechts) verteilt haben.

Die Schülerinnen Narthagei, Yagmur und Aurelie (v.l.) füllen Fragebögen zum Thema HIV/Aids aus, die Klaus Schneider (Mitte) und Robert Lierz (rechts) verteilt haben.

Foto: Rick, Markus (rick)/Markus Rick (rick)

HIV/Aids war viele Jahre ein großes Thema. Die rote Schleife fand man auf Plakaten in den Städten oder in Werbespots im Fernsehen. Jetzt scheint es seltsam still um die Viruserkrankung geworden zu sein. Aber ist das wirklich so? Und wenn ja, woran liegt das?

Narthagei Nagalingan von der Schülervertretung der Q1 an der Gesamtschule Espenstraße und ihre beiden Schulkameraden Yagmur Avcilar und Aurelie Biola sehen im wesentlichen zwei Gründe für das geringe Interesse an der Erkrankung: Die Corona-Pandemie und eine mangelnde Thematisierung in den Schulen im Speziellen und in der Gesellschaft generell.

Die Schüler stehen an einem der beiden Tische, die im Foyer der Gesamtschule Espenstraße aufgebaut sind. Sie haben gerade einen Fragebogen mit sieben Fragen zum Thema HIV/Aids bearbeitet und schon dabei lebhaft über die Erkrankung diskutiert. „Ich fand die Fragen gut. Aber wir haben beim Ausfüllen schon gemerkt, dass wir Lücken haben. Das zeigt schon, dass zu wenig aufgeklärt wird“, sagt Narthagei Nagalingan. „Man müsste schon früher mit der Thematik anfangen. Vielleicht schon im Sexualkundeunterricht“, findet Yagmur Avcilar. Ihre Mitschülerin Aurelie Biola sieht das ähnlich: „Ich habe das Gefühl, dass das Thema totgeschwiegen wird. Aber es sollte thematisiert werden. Man kann ja nichts dafür, wenn man sich infiziert. Und man kann inzwischen damit leben.“

Je früher man sich informiere und je mehr man über die Erkrankung wisse, umso früher könnte die Infektion festgestellt werden und umso besser könne man sich helfen lassen, so lautet die einhellige Meinung der Schüler. Dies ist auch eine der Botschaften, die Robert Lierz mit seinem Team von der Aids-Hilfe Mönchengladbach den Jugendlichen vermitteln möchte: „Die Medikamente sind so wirksam, dass Aids nicht mehr ausbricht. Man muss dafür aber ein Leben lang Medikamente nehmen. Das Virus ist nicht heilbar“, sagt Lierz.

Insgesamt acht Schulen in Mönchengladbach aller Schulformen besucht das Präventionsteam der Aids-Hilfe. Im Gespräch mit den Schülern der Sekundarstufe II haben sie gemerkt: „Themen wie Aids sind von Corona überrollt worden“, sagt Klaus Schneider von der Aids-Hilfe Mönchengladbach. Den Fragebogen mit sieben Fragen zum Thema HIV/Aids hat das Team anhand ihrer bisherigen Erfahrungen aus ihrer Präventionsarbeit an Mönchengladbacher Schulen erarbeitet. „Das sind Themen, die uns regelmäßig begegnen. Wir haben den Fragebogen entwickelt, um zu erfahren, was die Schüler zum Thema Aids wissen“, sagt Robert Lierz.

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