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Mönchengladbach: Ärger wegen Müllnachbar

Ärger in Mönchengladbach : Der Müll-Nachbar

Das Grundstück einer alten, gehbehinderten Frau in Mönchengladbach wird kontinuierlich zugemüllt. Schon einmal hat sich die Nachbarschaft zusammengetan und kräftig aufgeräumt. Doch der Verursacher macht weiter.

Gebrauchtes Verbandsmaterial, alte Pizzakartons, Burger-Verpackungen. Das alles gehört zu dem Unrat, der regelmäßig auf dem Grundstück einer alten, gehbehinderten Frau an der Gasthausstraße geworfen wird. Manchmal ist sogar ein altes Fahrrad dabei. Zur Verzweiflung der Bewohnerin landet der Müll auf ihrem Dach, dem Vordach, im Hof und im Garten. Verursacher ist nach einhelliger Meinung der Anwohner ein Nachbar. Der soll die kranke, alleinstehende Frau regelrecht tyrannisieren. Nicht nur mit Müll, sondern auch mit lauter Musik und Brüllerei.

Schon einmal haben sich viele, viele Nachbarn, Altstadt-Schützen von der St.-Vitus-Laurentius-Bruderschaft sowie Gastronomen zusammengetan, um der alten Dame, die auf einen Rollator angewiesen ist, zu helfen. Vor zwei Jahren entmüllten sie das komplette Grundstück. „Wir haben da so viel Abfall herausgeholt, dass wir einen halben Lkw befüllen konnten“, sagt Anwohner Norbert Kamps. Die Aktion, so schlimm der Grund war, habe einen wunderbaren Effekt gehabt. „Wir sind eine echte Gemeinschaft geworden. Das ist ein tolles Miteinander.“ Deshalb sei es auch keine Frage gewesen, dass man jetzt der alten Dame noch einmal helfe. Denn schon wieder ist alles vermüllt worden. Eigentlich sei es ja nicht Sinn der Sache, dass einer weiterhin fröhlich und ungestört seinen Müll aufs Nachbargrundstück wirft, und die Gemeinschaft ihm hinterher räumt, sagt Kamps. Und: „Bei der ersten Aktion hatten wir ja noch die Hoffnung, dass der Verursacher ein Einsehen hat und aufhört. Doch so geschah es nicht. Das Grundstück der alten Dame sieht mittlerweile wieder genauso aus wie vor zwei Jahren.

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Am 29. September wird die Nachbarschaft von Gasthaus- und Waldhausener Straße deshalb erneut die Ärmel hochkrempeln. Die GEM will „auf dem kleinen Dienstweg“ einen Müllwagen dafür vorbeischicken. Wegen des vermüllten Grundstücks hatte das Ordnungsamt bereits vor zwei Jahren ein Verfahren wegen illegaler Müllentsorgung eingeleitet. „Damals hat sich aber kein Zeuge gemeldet, so dass wir den möglichen Verursacher nicht eindeutig etwas nachweisen konnten. Ein Verdacht reicht nicht aus“, sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. „Wir mussten das Verfahren deshalb einstellen.“ Natürlich dürfe man keinen Abfall auf das Grundstücks seines Nachbarn werfen. „Da wir jetzt von der erneuten Vermüllung erfahren haben, werden wir auch dieses Mal wieder ein Verfahren einleiten“, sagt der Stadtsprecher.

Die Anwohner hoffen nun, dass der Verursacher dieses Mal eindeutig und eindringlich erfährt, dass man die Nachbarschaft nicht tyrannisieren und seinen Unrat nicht über den Gartenzaun werfen darf. Und vor allem, dass er aufhört damit.

Eines aber wird in jedem Fall bleiben: das starke Gemeinschaftsgefühl der übrigen Anwohner von Gasthaus- und Waldhausener Straße. „Da ist so viel daraus hervorgegangen“, sagt Norbert Kamps. So werde die St.-Vitus-Laurantius-Bruderschaft ganz aktuell am 8. September am gerade von der Nachbarschaft hergerichteten „Osser Plätzken“, also am Heinrichplatz, ein Ständchen halten. Es sind schon viele neue Freundschaften in der Altstadt entstanden. Und vielleicht werden es bald noch mehr.