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Mönchengladbach: Ärger über Verkehrslage in Bettrath am „Hovener Ei“

Raser und verbotene Lkws : Ärger über Verkehrslage am „Hovener Ei“

Anwohner der Asdonkstraße beklagen sich über verbotenen Lkw-Verkehr und über zu hohe Geschwindigkeiten auf ihrer Straße. Laut Stadt hätten sich die Probleme bei Verkehrskontrollen größtenteils nicht bestätigt.

Bert Laumen ärgert sich schon seit Jahren über die Verkehrssituation vor seiner Haustür: Auf der Asdonkstraße in Neuwerk fahren trotz Verbotsschild regelmäßig Lkws. Zum einen sei das eine unangenehme Lärmbelästigung, zum anderen sei die Straße nicht dafür ausgelegt. Langsam sind bereits erste Schäden an Straße und Häusern zu sehen. Und der 86-Jährige ist nicht der Einzige, den die Situation stört – auch viele andere Anwohner sind unzufrieden mit der Situation. Am Haus einer Nachbarin bilden sich bereits Risse in der Hauswand, die die Anwohner auf die Belastung der Straße durch Schwertransporter zurückführen.

Der vermutete Grund für die Missachtung des Verbotsschilds: Es stehe an einer Stelle, an der die Fahrer bereits keinen anderen Ausweg mehr sehen. Im Kreisverkehr am „Hovener Ei“ kämen die Lkws oft von der Hovener Straße und dürften die erste Ausfahrt an der Dünner Straße aufgrund einer Höhenbeschränkung nicht nehmen. Bleibt nur die Ausfahrt Asdonkstraße – auch wenn hier ein Verbotsschild für Lkw steht, scheint das die beliebteste Lösung zu sein.

Bert Laumen und viele seiner Nachbarn finden: Das kann nicht sein. Es müsste mehr kontrolliert werden oder das Schild müsste schon früher kommen, sagen sie. „Wir wollen nicht bezahlen, wenn die Schäden an der Straße und den Häusern repariert werden müssen“, sagt Laumen.  Auch die Brücke auf der Asdonkstraße über einen Autobahnzubringer sei nicht für Schwertransporter ausgelegt. Auch hier seien bereits Schäden sichtbar. Dort habe anfangs ein Schild gestanden, das das Maximalgewicht auf zwölf Tonnen beschränkte. Dieses sei aber inzwischen entfernt worden. Die Anwohner kennen die gründe dafür nicht.

Die Lkw sind aber nicht das einzige Problem der Anwohner: Die Asdonkstraße ist die einzige Straße in dem Wohngebiet, auf der noch eine Maximalgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern und nicht 30 gilt. Die Autofahrer würden demnach sofort beschleunigen, sobald sie auf die Straße abbiegen, was für Lärm und Schadstoffaustretung sorge. „Das ist auch gefährlich, weil die Autos sehr schnell hier um die Ecke fahren. Außerdem ist auch ein Kindergarten weiter durch, wo auch noch 50 ist“, so Laumen. Zudem würden sich einige Fahrer nicht einmal an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit halten. Vor allem nachts hätten einige Anwohner schon Straßenrennen vor ihrer Haustüre mitbekommen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt laut Stadt daran, dass die Asdonkstraße als Hauptverbindung zwischen Bettrath und Donk gelte. Deswegen sei sie nicht in die Tempo 30 Zone integriert, wie die umliegenden Straßen.  Bei Geschwindigkeitskontrollen seien die Verstöße zudem gering gewesen.

 Bert Laumen und seine Nachbarn betonen, sich bereits mehrmals mit ihren Anliegen an Polizei, Ordnungsamt und die Stadt gewandt zu haben. „Es wurde entweder nicht reagiert, oder man sagte, es werde sich darum gekümmert. Es ist aber nie etwas passiert“, beklagt sich Anwohner Günter Quade (74). Laut Stadt seien die Beschwerden über den Lkw-Verkehr durchaus bekannt. Allerdings habe das Ordnungsamt bei Kontrollen kein hohes Lkw-Aufkommen an der Asdonkstraße festgestellt. Die Beschwerden würden sich laut Stadt nur dann häufen, wenn es im Umfeld Baustellen gebe, die die Lkws umfahren müssten. Für die Anwohner der Asdonkstraße ist aber klar: Das Problem taucht nicht nur ab und zu auf, sondern existiert dauerhaft.