Mönchengladbach: ADFC ist enttäuscht von Innenminister Herbert Reul

Offene Stellungnahme : ADFC ist enttäuscht von Minister Reul

Macht eine Kontrolle von Radfahrern mit einem Auftritt von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am „Tag des Fahrrads“ Sinn? Nein, findet der Allgemeine Deutsche Fahrrd-Club, und verweigert seine Teilnahme.

Nächste Runde im Streit um die geplante Kontrolle von Radfahrern mit NRW-Innenminister Herbert Reul am „Tag des Fahrrads“: Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Mönchengladbach wehrt sich in einer offenen Stellungnahme gegen die Kritik von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Polizeipräsident Mathis Wiesselmann und dem CDU-Landtagsabgeordneten Jochen Klenner.

„Wir sind enttäuscht, dass der Innenminister diese Polizeimaßnahme ausgerechnet in Mönchengladbach öffentlichkeitswirksam begleiten will“, heißt es in dem Schreiben. „Da wird unsere schöne Stadt ,ohne Not’ wieder einmal negative Schlagzeilen machen, weil das ausgerechnet am ,Tag des Fahrrads’ stattfinden wird.“ Normalerweise werde an diesem Aktionstag für das Radfahren geworben. Traditionell biete die Polizei dabei Fahrradcodierungen an, es gebe mancherorts kostenlose Leihräder, Fahrradmessen oder Radfahrtrainings.

Der Aktionstag sei nicht der passende Rahmen für Radfahr-Kontrollen mit dem Minister, kritisiert der ADFC. Das größte Problem in Mönchengladbach sei nicht das Fehlverhalten der Radler, sondern die mangelhafte Infrastruktur. „Darum haben wir auf Anfrage der Polizei eine Teilnahme verneint“, heißt es. Es gehe dem ADFC nicht darum, Verkehrskontrollen von Radfahrern an sich in Frage zu stellen. „Wenn Sie bei dem Besuch von Innenminister Herbert Reul in Mönchengladbach ein Gespräch mit ihm arrangieren können, erwarten wir dazu gerne Ihre Einladung.“

Polizeipräsident, OB und Klenner hatten dem ADFC vorgeworfen, sich einer konstruktiven Zusammenarbeit zu verschließen.

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