Mönchengladbach: Abhol- und Testcenter für online bestellte Kleidung geplant

Städtische Zusammenarbeit : Abhol- und Testcenter für online bestellte Kleidung geplant

Die Verzahnung von stationärem Einzelhandel und Online-Handel ist eine der wesentlichen Zukunftsfragen von Innenstädten überhaupt. Mönchengladbach gehört zu den Städten, die immer wieder innovative Wege beschreiten und dafür Förderungen erhalten.

Nun wollen die Wirtschaftsförderung (WFMG) und die städtische Entwicklungsgesellschaft (EWMG) einen sogenannten „Fashion Micro Hub“ in einem leerstehenden Ladenlokal an der Oberstadt einrichten. Dabei handelt es sich um ein Abhol- und Testcenter für online bestellte Kleidung.

So soll das lokale Depot für online bestellte Waren speziell aus dem Bereich Mode funktionieren: Die Kunden können die Waren aus dem Online-Shop in dem stationären Ladenlokal nicht nur abholen, sie können sie dort auch direkt anziehen und ausprobieren. Ein intelligenter, digitaler Spiegel ermöglicht die Kommunikation mit Freunden während der Anprobe („Passt es denn?“), quasi eine Art Live-Beratung über das Netz. Ein angeschlossenes Café soll die Frequenz in der Innenstadt erhöhen und den stationären Handel durch ergänzende lokale Käufe der Nutzer des Hubs stärken. Waren, die dem Kunden nicht gefallen oder die nicht passen, können direkt vor Ort zurückgegeben werden. Wenn die Ware dann doch nicht zwickt und die Freunde digital den Daumen heben, kann die Ware ohne Verpackung gleich mitgenommen werden.

„Wir wollen mit der Errichtung und dem Betrieb des Fashion Micro Hubs in einem bisherigen Leerstand in der Oberstadt Kunden, die den Kauf von Kleidung online getätigt haben, durch ein innovatives Konzept zur Abholung der bestellten Modeartikel wieder in die Innenstadt bewegen“, sagt  Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der WFMG, in einer Mitteilung der Wirtschaftsförderung. Bei positiver Resonanz könne das Projekt auf andere Standorte übertragen werden, beispielsweise mit einer Niederlassung in Rheydt. Nach dem positiven Beschluss der Jury befinden sich WFMG und EWMG aktuell in der Antragsstellung. Der offizielle Zeitplan sieht einen Projektstart für März 2020 vor.

In dem Programm der Landesregierung wurden damit in drei Jahren insgesamt 21 Projekte gefördert. Das Land beteiligt sich mit rund drei Millionen Euro an den Vorhaben, das Gesamtvolumen liegt bei etwa fünf Millionen Euro.

Die Stadt plant außerdem derzeit, ein Mikro-Depot für Online-Bestellungen einzurichten, über die die Waren per Lastenfahrräder an die Besteller ausgeliefert werden. Dadurch soll der Lieferverkehr reduziert werden.