Kindertheater in Mönchengladbach Verkehrsregeln schauspielerisch lernen

Mönchengladbach · Der Initiativkreis Mönchengladbach hatte das Jugendtheater „Theatertill“ engagiert und 800 Grundschüler in die Kaiser-Friedrich-Halle eingeladen: Mit mit viel Vergnügen ab und Bewegung wurden sie an das Thema Verkehrserziehung herangeführt.

 Auf der Bühne der Kaiser-Friedrich-Halle spielt das Düsseldorfer „Theatertill“ das Stück „Abgeschnallt“.

Auf der Bühne der Kaiser-Friedrich-Halle spielt das Düsseldorfer „Theatertill“ das Stück „Abgeschnallt“.

Foto: Markus Rick (rick)

Bis fast 400 Schülerinnen und Schüler der Mönchengladbacher Grundschulen in der Kaiser-Friedrich-Halle Platz genommen haben, vergeht eine Weile. Aufgeregtes Geschnatter erfüllt den Saal. Kommt ja auch nicht alle Tage vor, dass man zu einem Kinder-Musical eingeladen wird. Der Initiativkreis Mönchengladbach hat den Mädchen und Jugen der Gladbacher Grundschulen den Besuch des Musicals „Abgeschnallt“ zum Geschenk gemacht.

In zwei Vormittagsvorstellungen hintereinander finden insgesamt fast 800 Kinder ihren Platz. Die Schirmherrin der Veranstaltung, Sonja Schäfers vom Initiativkreis, tritt noch vor den Schauspielern auf die Bühne, begrüßt das Publikum und stimmt auf das Stück ein: Der Verkehr werde ja immer hektischer, erklärt sie, und das Beachten der Verkehrsregeln für Fußgänger immer wichtiger. „Bei Rot steh‘n, bei Grün geh‘n“ – diesen Merksatz gibt sie den Kinder schon vorab mit.

Das Stück „Abgeschnallt“ wurde vom Düsseldorfer Jugendtheater „Theatertill“ entwickelt. Es arbeitet eng zusammen mit den Ministerien für Umwelt, Verkehr, Familie, Gesundheit und Schule. Zu dem Stück „Abgeschnallt“, in dem es im weitesten Sinne um Verkehrserziehung geht, haben die Schulen Vorbereitungsmaterialien erhalten, um die Kinder mit dem Inhalt des Stücks vertraut zu machen.

Und dann geht es los. Auf der Bühne sitzt Jule in Karacho, einem Auto. Für Jule, so stellt sich heraus, ist das Auto ein Schutzraum: Hier fühlt sie sich vor Blitz, Donner und Regen geschützt, Karacho bringt sie zur Schule, zum Büdchen, zu Oma, zu McDonalds, in den Zoo und immer wieder sicher nach Hause. Jule braucht sich nicht viele Meter selbst zu bewegen. „Ich bin faul“, gibt sie zu. Karacho unterstützt diese Faulheit nur zu gerne.

In einem Schlaflied für Jule singt er: „Ich will dich behüten mit Macht … du bist doch so schwach.“ Aber langsam wächst in Jule der Widerstandsgeist. Sie befreit sich aus dem Käfig des Autos, bricht aus – und wäre fast unters Auto gekommen. Da tauchen der Zebrastreifen auf zwei Beinen namens Zebro, die Bordsteinkante Bordo und Plinki, die Ampel auf. Sie nehmen Jule an die Hand.

Während sie ausgelassen singen, tanzen und ganz nebenbei die wichtigsten Regeln für das sichere Verhalten eines Fußgängers im Straßenverkehr erklären, gelingt es ihnen, Jule an ihr Ziel zu bringen: Die Straße zum Büdchen sicher zu überqueren, um sich ein Tütchen bunter Leckereien zu kaufen. Eine Emanzipation besonderer Art hat stattgefunden und aus Julchen, wie sie anfangs noch genannt wird, ist Jule geworden.

Die Musik zum Stück ist von Christiane Seidler, das Ensemble des Jugendtheaters „Theatertill“ spielt in wechselnden Gruppierungen. Sie nehmen ihr junges Publikum ernst und verbreiten dennoch eine Menge Spaß. Sie brechen auch mal in einen heftigen Streit aus, bekommen aber auch vorbildlich die Kurve zur Versöhnung.

Vor allem aber zeigen sie die Bedeutung von Zebrastreifen, Bordsteinkanten und Ampeln auf, ohne den belehrenden Zeigefinger zu heben. Immer wieder richten sie sich stattdessen an die Schülerinnen und Schüler, stellen Fragen nach dem, was die in ihrer Freizeit machen oder gerne essen. Und fordern sie zu kleinen Bewegungseinheiten und Tänzchen auf. Das lassen sich die Kinder nicht zweimal sagen.

Der Boden der Kaiser-Friedrich-Halle bebt. Immer wieder fallen die Grundschulkinder in die Lieder mit Klatschen ein – sie sind wirklich aufmerksam und aktiv im Geschehen. Als es Jule zu viel wird mit den Regeln auf der Straße und sie kurz davor ist, aufzugeben, skandieren die Kinder: „Weitermachen, weitermachen.“

Die Kinder hatten großen Spaß und werden sich sicherlich gut eingeprägt haben, dass es wichtig ist, an der Bordsteinkante stehen zu bleiben, nach links und rechts zu schauen und dann, wenn keine Gefahr in Form eins Fahrzeugs droht, die Straße zu überqueren.