1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: 69 Prozent der Ausbildungsplätze sind noch frei

Berufsausbildung in Mönchengladbach : 69 Prozent der Ausbildungsplätze sind noch frei

Wegen der Pandemie finden Bewerber und Unternehmen nur schwer zusammen. Ein Azubi-Speed-Dating über eine Smartphone-App soll dabei helfen. Je nach Branche gibt es aber durchaus Unterschiede, was freie Stellen angeht.

Wer noch keinen Ausbildungsplatz für das kommende Ausbildungsjahr hat, der hat gute Chancen noch unterzukommen. Mehr als zwei Drittel der angebotenen Plätze sind noch unbesetzt, wie aus einer repräsentativen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein bei rund 450 Unternehmen in der Region hervorgeht. 69 Prozent der Stellen seien demnach frei. „Zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr waren 42 Prozent der Stellen noch unbesetzt. Dies zeigt, dass auch der Ausbildungsmarkt in diesem Jahr durch die Pandemie stark unter Druck bleiben wird“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Bereits im vergangenen Jahr war die Zahl der Ausbildungsverträge in der Stadt so deutlich zurückgegangen wie sonst nirgends in der Region, nämlich um 15,1 Prozent. Laut IHK wurden 880 Verträge neu abgeschlossen, 2019 waren es noch 1036 gewesen. Im Handwerk hatte es in Mönchengladbach einen Rückgang um etwa 13 Prozent auf 400 neue Auszubildende gegeben.

Am meisten freie Stellen gibt es jetzt noch im Groß- und Einzelhandel (80 Prozent), bei Dienstleistern (68 Prozent) und den produzierenden Branchen (63 Prozent). Dieser deutliche Anstieg hat laut IHK verschiedene Ursachen. Die Pandemie und die Kontaktbeschränkungen erschweren den Kontakt zu möglichen neuen Auszubildenden. Bewerbungsgespräche sind nur begrenzt durchführbar und auch Einstiegspraktika können selten angeboten werden. Auch bei den zukünftigen Auszubildenden herrscht Unsicherheit. Die wirtschaftliche Situation einiger Branchen ist gerade schwierig. Daher warten sie bei ihrer Entscheidung länger ab und achten auch auf die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen, so die Kammer.

Die IHK versucht gemeinsam mit der Arbeitsagentur und der Kreishandwerkerschaft Bewerber und Unternehmen mit einem Azubi-Speed-Dating zusammenzubringen. Diesmal ist das nur online möglich. Die dafür notwendige App „It’s your match“ steht im Apple Store und Google Play Store kostenfrei zum Download zur Verfügung. „Inzwischen haben sich 180 Unternehmen mit diversen Ausbildungsberufen aus dem Handwerk, der Industrie, der Dienstleistung und dem Handel angemeldet“, sagt IHK-Ausbildungsberater Thomas Anft. Über die App können Schüler bis zum 19. März Telefontermine mit den angemeldeten Ausbildungsbetrieben vereinbaren. In 15-minütigen Gesprächen können die Bewerber die Unternehmen am Telefon von sich überzeugen. Darüber hinaus informiert die App über Ansprechpartner, die bei der Berufsorientierung und beim Bewerbungsprozess helfen.

(angr, RP)