1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: 1000 neue Betten für Flüchtlinge

Corona-Vorsorge : 1000 neue Betten für Flüchtlinge

Wegen der aktuellen Infektionsgefahr erhöht das Land seine Unterbringungskapazitäten. Vier Häuser auf dem Gelände des JHQ werden hergerichtet. Dort sollen bei Bedarf Flüchtlinge einziehen – allerdings nicht auf Dauer.

Auf dem Gelände des ehemaligen Hauptquartiers der Britischen Streitkräfte werden gerade Vorbereitungen getroffen. Die Bezirksregierung Düsseldorf will ihre Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge erhöhen. An mehreren Standorten werden zusätzliche Betten geschaffen, darunter zählen neben Mönchengladbach beispielsweise auch Wuppertal und Weeze.


Warum ist die Ausweitung nötig? Laut Bezirksregierung ist dies eine reine Vorsichtsmaßnahme, die im Zusammenhang mit der Pandemie steht. Abstand halten, in der Hausgemeinschaft bleiben, Fremdkontakte minimieren – diese Schutzvorgaben gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus sollen auch in den Unterbringungseinrichtungen des Landes umgesetzt werden. Deshalb müssten alle Maßnahmen ergriffen werden, damit insbesondere die Gruppe der gefährdeten Menschen (dazu zählen Behinderte, Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern, Krebskranke oder an einer Immunschwäche Leidende) geschützt werden. Dafür wird ausreichend Platz gebraucht.


Kommen jetzt mehr Flüchtlinge? Weder die Stadt noch die Bezirksregierung erwarten eine verstärkte Zuwanderung. Die Kapazitätsausweitung ist eine Vorsorgemaßnahme. „Wir müssen für Bewohner in allen Unterkünften die Chance schaffen, in größerem Abstand voneinander zu leben“, sagte Düsseldorfs Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher. Die zusätzlichen Betten und Unterkünfte würden auch benötigt, weil das Land den Kommunen aktuell mit Rücksicht auf deren Belastung keine Asylbewerber zuweise.


Was geschieht genau im JHQ? Hier wurden 1000 weitere Betten für Flüchtlinge aufgestellt. Wie eine Sprecherin der Bezirksregierung sagte, wurden dafür vier Gebäude hergerichtet. In jedem wurden 250 Betten aufgestellt. Bezugsfertig soll alles in Kürze sein. Letzte vorbereitende Arbeiten an der Infrastruktur seien beauftragt. Die Gebäude liegen laut Sprecherin in deutlicher räumlicher Distanz zu den Gebäuden der dortigen Erstaufnahmeeinrichtung.


Wann werden dort die ersten Flüchtlinge einziehen? Das ist noch ungewiss. Entschieden wird dies von der für das Belegungsmanagement zentral zuständigen Bezirksregierung Arnsberg. Dort wird auch über die Umverteilung zwischen den einzelnen Einrichtungen und Regierungsbezirken entschieden. „Belegungspläne werden dort aufgrund von Bedarfen und Entwicklungen erstellt“, so die Bezirksregierungssprecherin. Möglich ist aber auch, dass die zusätzlichen Betten im JHQ gar nicht in Anspruch genommen werden müssen. Es handelt sich bei den vier zusätzlichen Gebäuden um eine Standby-Einrichtung, die nicht als Dauerlösung gedacht sind.


Werden dort gesunde oder infizierte Flüchtlinge einziehen? Nach bisheriger Planung sei der Standort Mönchengladbach nicht für eine bestimmte Personengruppe vorgesehen, so die Sprecherin der Bezirksregierung.


Was bedeutet dies für die Erstaufnahmeeinrichtung? Erst einmal nichts. In der vom Land seit 2016 betriebenen Einrichtung im JHQ sind derzeit 534 Menschen untergebracht. Platz gäbe es für mehr als doppelt so viele Menschen, allerdings gilt das nicht unbedingt für Corona-Zeiten. In Leipzig und Dresden fällten Verwaltungsgerichte Ende April Urteile, nach denen auch in Flüchtlingsunterkünften dafür gesorgt werden muss, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann. In einigen Einrichtungen war das aufgrund der Belegungszahl und enger Gänge nicht möglich.


Gab es in Mönchengladbach schon Infizierte in Flüchtlingsheimen? Nein. Das teilt auf jeden Fall die Stadt mit. Von den 1496 städtischen Plätzen in Übergangseinrichtungen seien derzeit rund 400 belegt. Einen Corona-Fall habe es dort bislang nicht gegeben. In anderen Städten geschah dies durchaus schon – zum Beispiel in Düsseldorf. Dort wurden zuletzt in einer Flüchtlingsunterkunft mit 140 Menschen sechs Bewohner positiv getestet. Im Land gibt es bereits mehrere Flüchtlingsheime, in denen die Bewohner unter Quarantäne gestellt werden mussten.