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Mönchengladbach: 100 Jahre – der Wunsch von Margot Zühlke ging in Erfüllung

Runder Geburtstag in Mönchengladbach : 100 Jahre – der Wunsch von Margot Zühlke ging in Erfüllung

In Indien setzte sich Margot Zühlke das Ziel, 100 Jahre alt zu werden. Am 3. Oktober ist es endlich soweit. Den Tag verbringt sie mit ihrer Familie.

Margot Zühlke sitzt auf ihrem Stuhl in der Guten Stube des Caritas Zentrums in Holt. An den Wänden Stickbilder, ein großer Schrank mit schönem Porzellan darin, in der Ecke steht ein altes Radio. Sie schaut geradeaus und erzählt: „Mit meinem 100. Geburtstag hat es so seine Bewandtnis. Ich war mit meinem Mann in Indien. Meine Tochter war im Auswärtigen Dienst. Wir waren in Delhi“, sagt Zühlke. „Da stand eine Eisenstange, die Eiserne Säule. Man sagt, wer sich mit dem Rücken an die Säule stellt und sie mit den Händen umfasst, dessen Wunsch geht in Erfüllung. Das habe ich gemacht und mir gewünscht, 100 Jahre alt zu werden“, sagt sie und lächelt.

Sie freut sich auf ihren Geburtstag. „So lange zu leben und das noch mit Verstand ist ein Geschenk. Man muss den Geist beschäftigen“, sagt sie. Und das ist so eine Art Lebensmotto von Zühlke. „Ich war schon immer wissbegierig“, sagt sie. Auch wenn sie nicht mehr gut lesen kann, hält sie sich mit Wissenschaftssendungen im Fernsehen „auf dem Laufenden“. Auch digitale Medien sind für die aufgeweckte Dame kein Hindernis. „Ich telefoniere jeden Abend über meinen Reader mit meiner Tochter, die in Amerika lebt“, sagt sie. „Ich bin ein unruhiger Geist“, fügt sie hinzu und gleichzeitig huschen ihre wachen Augen durch den Raum.

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Auch in der Schule lernte sie gerne. „Ich bin mit 10 Jahren in ein Pensionat nach Kaiserswerth gekommen. Dort war ich sechs Jahre lang. Es war eine wunderschöne Zeit. Bis vor zwei Jahren hatte ich noch Kontakt zu den sechs Mitschülern, die mit mir eingeschult wurden. Wir haben immer, auch über die Kriegszeit, Kontakt gehalten“, sagt sie. Denn eigentlich stammt sie aus Sinsheim in der Nähe von Heidelberg. Nach dem Pensionat machte sie ihr Abitur an der Maria-Lenssen-Schule. „Wir hatten nur ein Jahr dafür Zeit. Das war schon hart, aber ich habe es geschafft“, sagt sie stolz.

Nach dem Abitur arbeitete sie im Kabelwerk in Rheydt im Export. Über ihre Arbeit fanden sie und ihr Mann auch wieder zusammen. „Wir lernten uns kennen, als ich während des Krieges im Arbeitsdienst auf einem Bauernhof war. Er stand eines Tages vor dem Tor und fragte nach einem Fernmelder. So lernten wir uns kennen. Ich erzählte ihm, dass ich noch Vokabeln lernen muss und er half mir. So fing alles an. Wir verloren uns wieder aus den Augen. Dann bekam ich eine Karte von ihm und schrieb ihm zurück mit der Adresse der Firma darauf. Und so bekam ich Post von ihm und er besuchte mich in Rheydt. So kamen wir zusammen“, sagt sie. Bis zur Geburt ihrer beiden Töchter blieb sie im Kabelwerk. Sie liebte es, zu reiten, dieses Hobby teilte sie mit ihrer Tochter und sie lächelt, wenn sie sich an die Reitstunden erinnert. Ihre Tochter und die Familie werden auch an ihrem Ehrentag an ihrer Seite sein und mit ihr feiern.