Mönchengladbach: 100 Demonstranten bei Pulse of Europa am Alten Markt

Kundgebung am Alten Markt in Mönchengladbach : Pulse of Europe mit 100 Demonstranten

Drei Wochen vor der Wahl betonten Politiker, wie wichtig die europäische Einigung für die Region ist.

Drei Wochen vor der Europawahl hat die Initiative Pulse of Europe am Sonntag zum Wahlgang am 26. Mai aufgerufen. Vor rund 100 Teilnehmern am Alten  Markt ging es vor allem um die Frage: „Meine Heimat Europa – und wie denkst du darüber?“ Vertreter unterschiedlicher Parteien waren gekommen, um ein kurzes Statement zu Europa abzugeben. Dabei mussten sie gegen den lautstarken Protest von etwa 30 Aktivisten des rechten Bündnisses „Mönchengladbach steht auf“ ankämpfen.

Alexander Winkens (31), Europakandidat der Mönchengladbacher FDP, hat in Venlo studiert. „Europa war mir schon als Student viel näher als Hamburg, Berlin oder München“, sagte er. „Wir müssen gemeinsam die Steueroasen bekämpfen und mit den Mehreinnahmen des Staates soziale Mindeststandards setzen.“ Noch früher kam Daniel Freund (34), Europakandidat der Grünen in Aachen, mit dem Thema Europa in Kontakt: „Ich habe den Kindergarten im belgischen Raeren besucht, in Paris studiert und über Erasmus, das Austauschprogramm der Europäischen Union, meine spätere Frau kennengelernt.“ Freund betonte: „Deutschland braucht eine starke EU, und die Integration auf dem europäischen Kontinent muss weiter voranschreiten.“

Felix Heinrichs (30), der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, sagte: „Menschen aus den Niederlanden und Belgien arbeiten bei uns in Mönchengladbach. Und viele Bürger unserer Stadt fahren gerne zum Einkaufen oder für einen Kurzurlaub in die Nachbarländer. Wir sind eben eine echte Grenzstadt.“ Dann wandte er sich den Gegendemonstranten mit deutlicher Stimme zu: „Was wir nicht bei uns wollen, sind Rassismus und Ausgrenzung.“

Schließlich stand Sabine Verheyen (54), seit 2009 für die CDU im Europaparlament, am Mikrofon. Die erfahrene Politikerin kam zur Sache: „Wir müssen noch enger zusammenrücken, Grenzen stoppen keine Kriminalität.“ Am 26. Mai gehe es nicht nur um die Zukunft Europas, sondern um die Zukunft der Kinder insgesamt.

Die Schülerinnen Sania und Valerie haben eine klare Meinung: „Ich stamme aus Italien, aber meine neue Heimat ist Deutschland. Reisen ohne Grenzen ist für mich unverzichtbar“, sagte Sania. Valerie, die in den Niederlanden aufgewachsen ist, stellte fest: „Niederländer und Deutsche sind sich sehr ähnlich. Das hat mir den Wegzug nach Deutschland leichter gemacht.“ René ist Erstwähler und hat sich bereits für eine Partei entschieden. „Über den Wahl-O-Mat konnte ich meine Wahl leichter treffen“ sagte er. „Die EU ist doch ganz okay“, befand seine Mitschülerin Jessica.

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