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Mönchengladbach: MKV-Boss kritisiert Eltern, Publikum und Karnevalisten

Mönchengladbach : MKV-Boss kritisiert Eltern, Publikum und Karnevalisten

Als Bernd Gothe während der Jahreshauptversammlung des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes zu seinem 40-minütigen Jahresrückblick ansetzte, sprach er das aus, was viele denken. "Der Karneval bleibt nur dann stark, wenn die Leute zu den Veranstaltungen gehen", sagte er. Das Publikum bei Sitzungen und Biwaks solle nicht nur aus Mitgliedern anderer Gesellschaften bestehen, sondern vor allem aus Bürgern. So hob Gothe besonders Odenkirchen heraus. Dort müssten mehr "normale" Bürger zu den Veranstaltungen kommen.

Wie eine gelungene Sitzung aussehen kann, zeigen Kirchengemeinden. "Es gibt Gemeinden, die eigene Karnevalsfeiern ausrichten. Da gibt es statt teuren Künstlern Programm aus den eigenen Reihen", sagte Gothe. Daran sollten sich die Gesellschaften ein Beispiel nehmen. Beim Publikum komme es außerdem gut an, wenn in einer Büttenrede Witze über lokale Personen wie den Pfarrer, die Politiker oder normale Bürger gemacht werden. So können sich die Gäste mit der Rede identifizieren. Aber auch für die Umzüge müssten die Gesellschaften mehr tun. Bernd Gothe forderte mehr Fußgruppen, die zum Beispiel aus Vereinen oder Freundeskreisen bestehen. Es sei an den Gesellschaften, solche Gruppen anzusprechen und zum Mitmachen zu bewegen.

Starke Kritik übte er an vielen Eltern, deren Kinder in Tanzgarden mitmachen. "Viele Eltern schauen sich die Auftritte ihrer Kinder gar nicht an. Wenn eine solche Gruppe bei der eigenen Gesellschaft auftritt und die Eltern und Großeltern der Kinder mitkommen, hat die Gesellschaft sofort mehr Besucher", sagt Gothe. In den Tanzgarden sei es inzwischen wie in Sportvereinen. Die Eltern liefern ihre Kinder beim Training oder am Treffpunkt für Auftritte ab und dann soll sich die Gesellschaft kümmern. Vielen Eltern gehe es nur darum, dass ihre Kinder beschäftigt sind. "So geht das nicht", kritisierte Bernd Gothe. Er fordert, dass die Eltern mehr Interesse an den Auftritten der Kinder zeigen.

(cli)