1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Mit Gewalt zum Sex gezwungen?

Mönchengladbach : Mit Gewalt zum Sex gezwungen?

Noch immer muss sich ein Heinsberger (31) vor der Ersten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Doch der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Der 31-Jährige sieht sich als Opfer eines Komplotts. Laut Anklage soll der Mann im August 2005 seine damalige Freundin geschlagen und mit Gewalt zum Beischlaf gezwungen haben.

Gewaltsame Übergriffe

Anfang 2005 war der 31-Jährige in die Wohnung der Hückelhovenerin gezogen, in der die Frau mit ihren drei Kindern lebte. In einer ersten Zeugenaussage hatte die Mutter der Kinder den Angeklagten belastet. Inzwischen leidet die Frau an einer Psychose und ist suizidgefährdet. Zur Tatzeit soll der Angeklagte auch die damals neun, acht und sechs Jahre alten Kinder mit gewaltsamen Übergriffen gequält haben. Mit Schlägen soll er Gehorsam von den beiden Jungen und dem Mädchen gefordert haben.

Jetzt schilderte eine Sozialarbeiterin, was ihr damals in der Wohnung der Hückelhovenerin berichtet worden war. Der neunjährige Sohn war damals barfuß im Raum Oberbruch gesehen worden. Der Junge wurde nach Hause gebracht. Er habe die Wohnung aus Angst vor dem Freund der Mutter verlassen, so der Junge, als die Sozialarbeiterin die Wohnung mit zwei Polizeibeamten betrat. Er sei den ganzen Tag in der Toilette eingesperrt und vom Angeklagten mit einem Kochlöffel geschlagen worden, gab der Junge zu Protokoll. Bestraft worden sei er, weil er Milch getrunken habe, die der 31-Jährige für sich beanspruchte. Ihr Sohn habe Stubenarrest bekommen, erklärte die Mutter. Der Junge sei schwierig. Die Geschwister des Neunjährigen bestätigten nach längerem Zögern, dass der Bruder des öfteren vom Angeklagten geschlagen worden sei. Auch habe es oft nichts zu essen gegeben, "wenn die Mutter keine Zeit hatte".

Vor Gericht beschrieb die Sozialarbeiterin die Kinder als "ängstlich" und "verstört". Die Kinder wurden damals für fünf Monate in ein Kinderdorf gebracht. Die Mutter war damit einverstanden und gab am Ende zu, mit den Kindern überfordert zu sein. Der Angeklagte reagierte damals wie jetzt auch – schweigend. Der Prozess wird mit einem Glaubwürdigkeitsgutachten fortgesetzt.

(RP)