Mönchengladbach: Mit dem Postillion übers Kappesfest

Mönchengladbach : Mit dem Postillion übers Kappesfest

Bei der Veranstaltung boten Geschäfte und 50 Stände Dekoratives und Nützliches. Es lockten Musik und Modenschau. Der Besuch war gut.

Im Schatten von St. Helena sonnten sich die Kaltblüter Rufus und Dolle Brown in den Streicheleinheiten der Besucher. "Wenn Kinder und auch Erwachsene sich den Pferden nähern, gehen die Mundwinkel automatisch nach oben", freute sich Susanne Kenkers von den Clydesdale Shirehorsefreunden über die den Tieren entgegenbrachten Sympathien. Die beiden Pferde boten beim Kappesmarkt einen Ruhepunkt im quirligen Treiben rund um die Pfarrkirche. Sie waren Teil einer Zeitreise, die vom mittelalterlichen Lager bis zum zeitgemäßen Brillengestell führte.

Wer Lust hatte, wie in alten Zeiten zu reisen, bestieg die von drei Kaltblütern gezogene Postkutsche. Postillion Harald Rubow schwang sich in historischer Gewandung vom Kutschbock, um Einlass zu gewähren. Unter seinen Fahrgästen befand sich Landtagsabgeordneter Jochen Klenner mit Kindern. "Da muss man doch kommen", stellte der CDU-Politiker mit Blick über den gut gefüllten Platz fest.

Der Verein Ordo Equester hatte erneut seitlich der Kirche ein mittelalterliches Lager aufgeschlagen. Hier gab Johann von Wildenburg, bürgerlich Uwe Brauer, Auskunft über das Leben der Ritter zur Zeit der Schlacht von Worringen am 5. Juni 1288. Die Besucher durften fühlen, wie schwer die Ritter an den Original Schilden und Wappen im Kampf zu tragen hatten. Detailfreudig erklärte er etwa die Symbolik des roten Herzschildes auf weißem Grund mit heraldisch dargestellten Hermelinschwänzen. In Schalen standen Weißkohlblätter und Möhren beispielhaft für die Kost im Mittelalter bereit.

Wenige Schritte weiter fand sich der Besucher wieder zurückversetzt in die eigene Zeit. Auch hier ist der rheinische Kappes als Mahlzeit beliebt, wie der Andrang am Stand mit Kohlgerichten von "Onkel Heinz" zeigte. 50 Stände, darunter auch handwerkliche, boten ein breites Angebot von diversen Senfsorten über Trockenfrüchte und Gewürze bis zu Spielzeug.

Zum verkaufsoffenen Sonntag ergänzten ortsansässige Geschäftsleute das Spektrum um ihr Sortiment. Optikerin Stefanie Lenzen von "Sichtbar schöne Brillen" betonte: "Wir sind mit dem Markt sehr zufrieden und bieten zum zehnjährigen Geschäftsbestehen auch einige Sonderaktionen an." Nur für die Augenglasbestimmung empfahl die Optikerin, sich an anderen Tagen etwas mehr Zeit zu gönnen. Angela Linges, die im "Herzglück von Rheindahlen" Kleidung, Taschen und Accessoires anbietet, freute sich ebenfalls über ein gut gefülltes Geschäft. Sie bemängelte lediglich, dass die Ladenlokale am Sonntag wegen der gesetzlichen Vorlagen erst später öffnen durften als die Stände.

Zum Frühschoppen spielten die Magic Sounds Trumpets im Reigen des Bühnenprogramms auf. Marita Reinl vom Weko-Pflegedienst ließ hier und da eine ihrer Marionetten über den Platz tanzen. Frank Liffers wollte sich den Auftritt der Marionetten im Helena-Treff nicht entgehen lassen. "Gestern war es richtig gut besucht, und auch heute ist es schön voll", freute sich der zweite Vorsitzende des veranstaltenden Vereins "Zukunft Rheindahlen". Die Sonne hatte bis zum späten Vormittag die morgendlichen Wolken verdrängt. Schatzmeisterin Andrea Bonsmann sah das natürlich gerne. Sie war allerdings überzeugt, dass die Rheindahlener für den Notfall mit genügend Sonne im Herzen gewappnet gewesen wären.

(RP)
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