Mönchengladbach: Mihkel Kütson lädt zur musikalischen Reise durch Italien

Mönchengladbach : Mihkel Kütson lädt zur musikalischen Reise durch Italien

Die Niederrheinischen Sinfoniker widmen sich im 6. Sinfoniekonzert am 16. und 17. Mai italienischen Klängen.

Als Sehnsuchtsort ist Italien spätestens seit Goethes Entwicklungsroman "Wilhelm Meister" in Deutschland gesetzt. Generalmusikdirektor (GMD) Mihkel Kütson vermittelt seine Sehnsucht nach dem Land, das als Reiseziel dauerhaft beliebt ist, in Klängen. Das Programm des sechsten Sinfoniekonzerts kommt exklusiv italienisch daher - auch wenn die impressionistisch farbige Orchestersuite "Les Fresques de Piero della Francesca", die Bohuslav Martinu 1956 unter Rafael Kubelik in Salzburg uraufführen ließ, von einem Tschechen stammt. Doch das Werk bezieht sich auf die berühmten Fresken von Piero della Francesca aus dem 15. Jahrhundert, die Martinu in einer Kirche in Arezzo in Bann hielten.

"Es handelt sich um eine Art Tongemälde, aber ohne den Versuch, Teile der Fresken musikalisch nachzubilden", sagt Generalmusikdirektor Mihkel Kütson. "Martinu schildert in seiner Musik eher, welche starken Gefühle der Anblick in ihm auslöste. Dabei sucht er bei der Orchestration neue Wege."

Das 6. Sinfoniekonzert wird unter Kütsons Leitung mit dem sinfonischen Erstling des später als Opernkomponist berühmt gewordenen Giacomo Puccini eröffnet. Sein "Preludio sinfonico" ist Puccinis Opus 1. "Er hat dieses Werk in der Schlussphase seines Studiums am Mailänder Konservatorium komponiert", informiert Kütson. "Zu Beginn und im sanften Verklingen erinnert seine Tonsprache an Richard Wagner, speziell an das Vorspiel zum Lohengrin", nennt Konzertdramaturgin Eva Ziegelhöfer ein auffallendes Merkmal.

Nino Rota ist als Komponist unzähliger populärer italienischer Filme berühmt. Von "La strada" über "La dolce vita" und "Der Leopard" bis hin zu dem Oscar-gekrönten Film "Der Pate". Dass Rota (1911-1979) auch ein ernst zu nehmender Schöpfer sinfonischer Musik war, ist hierzulande weniger bekannt. Solist in seinem 1960 komponierten Klavierkonzert C-Dur, das Nino Rota dem befreundeten Pianisten Benedetti Michelangeli widmete, ist der Hamburger Sebastian Knauer (47). Der GMD freut sich darauf zu erleben, "wie Sebastian Knauer die ganze Vielfalt der reichen musikalischen Sprache Rotas zur Wirkung bringen wird". Knauer kennt sich aus mit Crossover-Projekten, aber auch mit Bach und Mozart. Er ist bekannt auch für seine "Wort trifft Musik"-Programme. Zum Ausklang steht "Italia", die Rhapsodie op. 11 von Alfredo Casella, auf dem Programm der Niederrheinischen Sinfoniker. 1909 geschrieben, bezog der Komponist sizilianische und neapolitanische ("Funiculi, Funicula", "A marechiare") Volksweisen in das Werk ein.

Termine Mittwoch, 16. Mai, und Donnerstag, 17. Mai, jeweils 20 Uhr, im Konzertsaal des Theaters Mönchengladbach. Donnerstag gibt es ab 19 Uhr zudem ein Debütkonzert.

(ri-)
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