Mönchengladbach: Michael Postel: Vom Messdiener zum Chorleiter

Mönchengladbach : Michael Postel: Vom Messdiener zum Chorleiter

Gerade hat Michael Postel seinen 57. Geburtstag gefeiert, da steckt er mitten in den Vorbereitungen zur liturgischen Gestaltung der Weihnachtsmessen. Doch seit fast einem Jahr leitet er die Proben zu einem großen Konzert in "seiner" Pfarrkirche St. Josef in Hermges. Termin der Aufführung: 15. Januar, 18 Uhr.

Der Grund für das Projekt, mit dem Postel an frühere Konzertereignisse in St. Josef, darunter "Der Messias" von Händel anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Gemeinde-Kirchenchores (1996), anknüpfen möchte, ist ein persönliches Jubiläum: "Am 1. Januar 2017 darf ich auf 25 Jahre als Kirchenmusiker an St. Josef zurückblicken", erzählt der Organist und Chorleiter. "Seit Januar 1992 bin ich hier als Chorleiter tätig, im Sommer übernahm ich die komplette Stelle", ergänzt er. Seine erste berufliche Station hatte ihn zuvor nach Eicken (St. Maria Rosenkranz) geführt.

Geboren ist Postel 1959 in Rheydt. Bereits mit 15 leistete er erste Dienste als Organist bei Gottesdiensten in der Kapelle des Elisabeth-Krankenhauses. "Darauf war ich damals richtig stolz", berichtet er. Seine Wiege stand in Rheydt, und in seiner Pfarrgemeinde St. Marien fing der junge Messdiener früh an, sich für Orgelspiel und Liturgie zu interessieren. Er nahm Unterricht, vertrat öfter den Kirchenmusiker der Pfarrei und studierte später Kirchenmusik am Düsseldorfer Robert-Schumann-Institut. "Mir ist die Liturgie, der unmittelbar mit der Glaubensverkündung verbundene Teil der Aufgaben eines Kirchenmusikers, besonders wichtig", betont Postel, der mit dem B-Examen abschloss.

Nun steht mit dem Jubiläumskonzert am Sonntag, 15. Januar, 18 Uhr, ein Musikprojekt an, auf dessen Realisierung viele Aktive ein Jahr hingearbeitet haben. Im Mittelpunkt steht die aus dem Kirchenchor St. Josef durch Fusion mit anderen Chören der Gemeinschaft der Gemeinden MG-Ost hervorgegangene Kirchenchorgemeinschaft St. Josef. "Ich bin den Chorsängern und ehemaligen Chormitgliedern, die als Gäste teilnehmen, sehr dankbar, dass sie aktiv dabei sind", freut sich Postel über die Verstärkung. Musik ist überhaupt ein Schwerpunkt der Arbeit in der GdG Ost: "Neben der seit etwa zwei Jahren bestehenden Kirchenchorgemeinschaft gibt es den Chor Cantica Nova, den meine Kollegin Edith Platte leitet, dann den Singkreis, zwei Kinder-Familien-Chöre, den Jungen Chor, das Kleine Ensemble und einen Blockflötenkreis", zählt Postel auf. Mit Edith Platte und dem pensionierten Kollegen Helmut Klein teilt er sich die Leitung des Konzerts. Er selbst wird das Orgelkonzert Nr. 8 von Händel dirigieren, bei dem Edith Platte die Solopartie spielt, und die abschließende Krönungsmesse C-Dur von Mozart. Außerdem werden Mozarts Te Deum und sein Laudate Dominum sowie ein Konzert für Blockflöte und Orchester von Sammartini erklingen. Postel freut sich, dass er Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker gewinnen konnte. Und auch die Namen der Solisten verheißen professionelles Niveau: Petra Maria Schindler (Sopran), Georg Schillinger (Countertenor), Stefan Derguti (Tenor) und der Bass Thomas Peter.

Der Eintritt kostet 12 Euro, die Kirche bietet Platz für 200 Besucher. Karten können auch vorab im Pfarrbüro erworben werden.

Einen krönenden Abschluss seiner Kirchenmusikerlaufbahn sieht Michael Postel in dem Jubiläumskonzert übrigens nicht. Schließlich steht er noch längst nicht an der Schwelle zum Rentnerdasein. "Ich freue mich auf noch viele gute Jahre, in denen eine gute christliche Gemeinschaft im Vordergrund stehen soll", sagt der dreifache Familienvater. Wer in einer Chorgemeinschaft mitsingen möchte, kann sich an Postel wenden (Telefonnummer 02161 481643).

(ri-)
Mehr von RP ONLINE