Mönchengladbach: Mehr Geld für die Stadt

Mönchengladbach: Mehr Geld für die Stadt

Die Stadtsparkasse ist in allen Bereichen gewachsen und will deshalb neun Millionen Euro an die Stadt ausschütten. Die Bilanz zeigt: Mönchengladbachs Wirtschaft boomt - und Wohngebäude werden knapp.

Dass Mönchengladbach wächst, ist nicht nur der Marketing-Slogan der Stadtverwaltung. Es macht sich auch in Zahlen bemerkbar, die gestern die Stadtsparkasse vorstellte. Denn Wohnimmobilien sind in Mönchengladbach weiter so beliebt wie nie. Die Stadtsparkasse Mönchengladbach hat als größter Makler in der Stadt im abgelaufenen Jahr 154 Objekte vermittelt - das waren 16 Prozent mehr als noch im Jahr davor. "Und wir hätten noch mehr Häuser vermitteln können, aber es stehen nicht genug Objekte zur Verfügung", sagte Hartmut Wnuck gestern bei der Bilanzpressekonferenz. Häuslebauer und -käufer liehen sich bei der Sparkasse 215 Millionen Euro für den Wohnungsbau. Aber auch Sparer haben den Immobilienmarkt für sich entdeckt: "Es fehlen Mehrfamilienhäuser, die als Geldanlage im Moment sehr geschätzt sind", sagte Wnuck.

Der Vorstand (v.l.): Antonius Bergmann, Hartmut Wnuck, Sabine Sarnes, Helmut Wilms, Ralf Grewe Foto: Andreas Gruhn

Knappheit ist die Kehrseite des Booms, der die Region voll erfasst hat. Die Konjunktur in Mönchengladbach brummt, das merkt auch die Stadtsparkasse Mönchengladbach deutlich. Die Menschen und Unternehmen leihen sich mehr Geld, und sie geben mehr Geld aus, was im Ergebnis dazu führt: Das Geschäftsvolumen der Sparkasse ist im vergangenen Jahr erneut um 59 Millionen Euro gestiegen auf gut 4,9 Milliarden Euro. Für dieses Jahr könnte das Geldinstitut erstmals die Fünf-Milliarden-Euro-Grenze knacken. Das teilte der Vorstand gestern bei der Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2017 mit. Das Kreditvolumen stieg um 154 Millionen auf gut 3,1 Milliarden Euro, die Summe der Kundeneinlagen um 68 Millionen auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Allerdings legen die Gladbacher ihr Geld lieber sehr kurzfristig an in Sichteinlagen und Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist - verständlich, denn wenn die Zinswende kommt, will niemand sein Geld langfristig zu schlechten Konditionen angelegt haben. Andererseits sind Bausparverträge noch beliebt (plus 39 Prozent) - Kunden wollen niedrigen Zins für die Zukunft sichern. Anzeichen für die Wende gebe es in den USA, in Europa sei das aber noch nicht sicher, so Wnuck. Allerdings entdecken auch die Gladbacher langsam Wertpapiere als Anlageform. Die Zahl der Wertpapiersparverträge stieg um 36 Prozent auf knapp 6000.

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Auch wenn der Zinsüberschuss weiter gesunken ist, blieb der Gewinn unterm Strich konstant bei 16 Millionen Euro. Davon will der Vorstand neun Millionen Euro an die Stadtkasse überweisen, der Verwaltungsrat muss dem noch zustimmen. In den vergangenen Jahren war es stets eine Überweisung in Höhe von sechs Millionen Euro gewesen, die an die Stadtkasse ging. Der Rest des Gewinns (sieben Millionen Euro) geht in die Sicherheitsrücklage. "Die Aufsicht fordert eine gute Kapitalausstattung, dafür müssen wir gut gerüstet sein", sagte Wnuck.

Der Umbau der Filialen nach dem neuen Konzept soll in diesem Jahr weitergehen, im Moment sind die Geschäftsstellen in Eicken und Westend dran. Die Beratung in den Geschäftsstellen wird weiter stark gewünscht. Aber auch das Kundenservice-Center für Anfragen per Telefon und E-Mail, das im Mai startete, wird angenommen. 22.000 Anrufe pro Monat erreichen die Berater. Und die Internet-Filiale nutzen 27.000 Besucher am Tag. 81.000 Girokonten (plus 8,2 Prozent) sind für das Online-Banking freigeschaltet.

(RP)