Mönchengladbach: Masterplan: IHK gibt den Takt vor

Mönchengladbach : Masterplan: IHK gibt den Takt vor

Der Generalplan für die Stadtgestaltung nimmt Gestalt an. Noch im Sommer wird ein Verein gegründet und ein externer Helfer bestimmt. Der Arbeitskreis von IHK, Architekten und Kreishandwerkern hat im Stillen viel erreicht – ganz ohne Politik. Die wird im Juli informiert.

Der Generalplan für die Stadtgestaltung nimmt Gestalt an. Noch im Sommer wird ein Verein gegründet und ein externer Helfer bestimmt. Der Arbeitskreis von IHK, Architekten und Kreishandwerkern hat im Stillen viel erreicht — ganz ohne Politik. Die wird im Juli informiert.

Wo in der Stadt ist der geeignete Raum zum Wohnen, wo zum Arbeiten? Wo braucht es große Plätze, wo Gastronomie? Selbst wer wohlmeinend auf Mönchengladbach blickt, vermag nicht zu erkennen, dass bislang jemand systematisch Antworten auf diese Fragen gegeben hätte. Gebaut wurde vieles — wenn es sich denn gerade ergab. In anderen Städten gibt es einen Masterplan, der die städtebaulichen Leitlinien definiert. An denen kann dann jede einzelne Entscheidung, was wo gebaut wird, ausgerichtet werden. Genau so einen Masterplan soll es auch für Mönchengladbach geben. Und er ist weiter gediehen, als viele mitbekommen haben.

Das schlichte Einladungsschreiben erzählt eine Menge. "Masterplan Mönchengladbach" heißt es da als Stichwort, und zwar unter dem Logo der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. Eingeladen werden die Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenen Parteien, denen der Arbeitskreis Masterplan MG am 9. Juli seine bisherigen Ergebnisse vorstellen wird. Erstaunen mag das manchen deswegen, weil Politik und Verwaltung Stadtplanung als ihre ureigenste Aufgabe verstehen. Doch tatsächlich ist es nicht ungewöhnlich, dass die Unternehmer bei diesem Thema voranschreiten. In Köln hat der Adenauer-Enkel und dortige IHK-Präsident Paul Bauwens-Adenauer eine Million für einen Masterplan eingesammelt.

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Und auch in Mönchengladbach, wo Bauwens-Adenauer den Kölner Masterplan vorgestellt hat, ist es mit Heinz Schmidt der IHK-Präsident, der sich an die Spitze der Bewegung gestellt hat. Er hat viele Gespräche geführt in den vergangenen Wochen und einen offensichtlich effektiven Arbeitskreis installiert. Zu ihm gehört außer der IHK auch die Architektenschaft, die den Prozess einst anstieß, und die Kreishandwerkerschaft. Sie verstehen ihre Aufgabe darin, wesentliche Vorarbeiten zu leisten. Ihre gemeinsame Grundüberzeugung ist die, dass ein Masterplan nicht ein einmaliges Produkt ist, sondern ein Prozess. Und er ist, so der Arbeitskreis, weder in erster Linie Angelegenheit der Politik und Verwaltung (wie in Duisburg), noch der Bürger (wie in Köln) — sondern kann nur gelingen, wenn alle gemeinsam am Masterplan arbeiten.

Weswegen sich niemand ausgeschlossen zu fühlen braucht. Zwar war mancherorts schon leises Murren zu hören, warum denn die ganze Angelegenheit bisher im Verborgenen abgelaufen sei. Doch sobald die Grundstrukturen stehen, sollen alle eingebunden werden. Der neue Technische Beigeordnete Andreas Wurff ist schon involviert. Die Politik folgt als Nächstes. Und danach sind die Ideen der Bürger gefragt. Schon bald wird der Arbeitskreis die Federführung abgeben. Ein erfahrenes Büro soll dann die Abstimmung des weiteren Prozesses übernehmen und die konkrete Arbeit koordinieren.

(RP)