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Mönchengladbach: Massenprügelei am Schillerplatz

Mönchengladbach : Massenprügelei am Schillerplatz

Mit Schlagringen und Klappmessern gingen rund 40 junge Männer aufeinander los. Die Polizei war rechtzeitig vor Ort und konnte Schlimmeres verhindern. Rocker waren entgegen erster Vermutungen nicht daran beteiligt.

Und wieder die Rocker? Weil das nach der Massenschlägerei im Januar in der Altstadt nicht abwegig war, rückte die Polizei am Donnerstagabend sofort in Eicken an, nachdem eine Zeugin von einem verdächtigen Telefonat berichtet hatte. Die Frau hatte kurz vor 20 Uhr vor einem Bistro in der Innenstadt zufällig mitbekommen, wie ein junger Mann per Handy Verstärkung für eine Auseinandersetzung herbeirief, wobei auch von Waffen die Rede war.

Personalien aufgenommen

Wegen der schnellen Reaktion der Beamten ergab sich letztlich der interessante Effekt, dass sie noch vor Beginn der Schlägerei vor Ort waren – denn die folgte dann tatsächlich auf dem Fuß. Zuvor jedoch hatte die Polizei eine ganze Reihe von weiteren Kräften nachgefordert. Rund 40 Männer zwischen 18 und 25 Jahren hatten sich in der Zwischenzeit auf dem Schillerplatz zusammengerottet und begannen mit einer Schlägerei. Als sie das große Polizeiaufgebot bemerkten, flüchteten sie allerdings umgehend. Die mitgeführten Hieb- und Stichwaffen – "von Klappmessern bis hin zu Schlagringen", so Polizeisprecher Willy Theveßen – ließen sie sofort fallen. Sie wurden zur Spurensicherung sichergestellt, konnten bisher jedoch keiner Person konkret zugeordnet werden. 17 junge Männer wurden noch am Tatort festgehalten, eine Tatbeteiligung konnte ihnen jedoch nicht nachgewiesen werden. Sie waren allesamt unverletzt. "Es handelte sich größtenteils um Mönchengladbacher", so Theveßen. Bei 15 Personen wurden noch vor Ort die Personalien aufgenommen, sie wurden belehrt und erhielten Platzverweise. Zwei Männer wurden zur Feststellung der Identität zur Wache mitgenommen und anschließend entlassen. "Es scheint so zu sein, dass man sich gezielt zu einer Schlägerei treffen wollte", sagte Theveßen. Da sich der Verdacht einer Auseinandersetzung mit Rocker-Hintergrund nach ersten Erkenntnissen nicht erhärtete, wird nun wegen Landfriedensbruchs ermittelt. Über die möglichen Hintergründe könne man noch nichts sagen. Der Schillerplatz gilt allerdings – trotz aufwändiger, vielfältiger und erfolgreicher Versuche, den Platz im jungen, kreativen Viertel Eicken aufzuwerten – nach wie vor als Treffpunkt für Drogenabhängige und Dealer.

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Die Anwohner zeigten sich besorgt. "Der Platz war abgesperrt und wurde ausgestrahlt, überall waren Polizeibusse", sagte einer, der gegen 22.30 Uhr von der Arbeit nach Hause kam. "Auf der Mitte des Platzes hielten die Polizisten ungefähr 20 Männer fest. Das waren ganz schöne Kanten. Sie hatten alle Kapuzenpullover an." Von der Schlägerei selber habe er zwar nichts mitbekommen. "Aber bis 24 Uhr ist die Polizei noch Streife gefahren."

(RP)