Mönchengladbach: Marktplatz: Planer stehen unter Zeitdruck

Mönchengladbach : Marktplatz: Planer stehen unter Zeitdruck

Wenn der neue Technische Beigeordnete Andreas Wurff Ende April seinen Dienst antritt, dann liegt auf seinem Schreibtisch im Rheydter Rathaus ein umfangreiches Werk. Es trägt den Titel "Innenstadtkonzept Rheydt" und listet detailliert auf, wie die Stadt aus dem Programm "Soziale Stadt" Millionen bei Land und Europäischer Union für die Umgestaltung Rheydts locker machen kann.

Kernprojekt ist dabei der Rheydter Marktplatz, der ein völlig neues Aussehen bekommen soll. Wurff muss schnell reagieren, denn die Zeit drängt: Mitte Mai hebt oder senkt eine hochrangig besetzte Expertenrunde den Daumen, wenn sie das Rheydter Projekt begutachtet. Und auch sonst ist der Handlungsrahmen ganz eng gesteckt. Bekommt Rheydt den Zuschlag, bleiben gerade einmal 19 Monate, bis der erste Baustein gesetzt werden muss.

Denn sonst könnte folgende fast schon kuriose Situation eintreten: Mönchengladbach bekommt zwar die dringend benötigten Millionen-Zuschüsse von Land und EU, kann das Geld aber nicht ausgeben, weil die Stadt den Eigenbetrag von zehn Prozent der Gesamtsumme nicht finanzieren kann. Diese Gefahr wird mit jedem Monat größer, der bis zum Baubeginn vergeht. Denn die Bezirksregierung in Düsseldorf beobachtet mit Argusaugen die finanzielle Situation der Stadt.

Besonders im Blick hat sie dabei den neuen Haushaltsentwurf, den der Stadtkämmerer voraussichtlich Ende April vorstellen will. Dann äußert sich Bernd Kuckels dazu, wann Mönchengladbach die Überschuldung erreicht. Bisher gilt als Zeitpunkt das Jahr 2015, wenn die Schulden das Vermögen der Stadt überschreiten.

Die Haushaltsexperten wissen: Drei Jahren vor diesem Termin darf Mönchengladbach dann schon keine Anschubfinanzierung mehr leisten — auch wenn das Millionen brächte. Beim Programm "Soziale Stadt" bekäme die Stadt bei einer Gesamtinvestition von rund zehn Millionen Euro immerhin neun aus öffentlichen Mitteln und müsste nur eine Million selbst finanzieren. Doch selbst das ist dann nicht mehr erlaubt.

Wenn aber 2015 die Überschuldung eintritt, dann muss mit der Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes auch spätestens Ende 2011 begonnen sein. Für die Planer bedeutet dies viel Arbeit unter großem Zeitdruck. Chefplaner Jürgen Beckmann verspricht: "An uns wird's nicht scheitern. Wir machen unsere Hausaufgaben." Denn er weiß: Sollte dieses Vorhaben scheitern, wäre dies für Mönchengladbach fatal. Nicht nur die mehr als zweijährige Vorbereitung wäre für die Katz — das Projekt wird sich dann kaum noch verwirklichen lassen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rheydter Marktplatz - Ein Blick in die Geschichte

(RP)
Mehr von RP ONLINE