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Mönchengladbach: Mags kontrolliert Glasfaser-Ausbau

Mönchengladbach : Mags kontrolliert Glasfaser-Ausbau

Erst wenn die bisherigen Arbeiten abgenommen sind, werden weitere Straßenaufbrüche genehmigt. Die Nachfragebündelungen liegen auch in Giesenkirchen und Wickrath weit hinter dem vorgegebenen Ziel.

Eigentlich, sagt Wolfram Schubert, eigentlich sei er ein Fan des Glasfaserausbaus. Er freut sich darauf, wenn er demnächst in Schelsen schnelles Internet hat. Doch wenn er an den Baustellen vorbeikommt, die von den mit der Verlegung der Kabel beauftragten Arbeiter hinterlassen wurden, beschleicht ihn ein komisches Gefühl. "Ich bin ja kein Straßenbauexperte. Aber wenn ich die Asphaltaufbrüche sehe, dann kommt es mir so vor, als würde der Asphalt nur einfach aufgefräst und der Graben nach dem Verlegen der Kabel mit Sand gefüllt. Darüber kippt man dann mit der Schaufel Flickasphalt, wie man es von notdürftigen Schlagloch-Reparaturen kennt. Da kann ich nur den Kopf schütteln."

Deshalb glaubt er auch nicht, dass die Bauarbeiten von der Stadttochter Mags zunächst begutachtet und eventuelle Problemstellen anschließend nachgearbeitet werden. Doch die Mags fährt - vermutlich auch bedingt durch die Beschwerden von Anwohnern - künftig eine konsequente Linie. Es hat jetzt ein Abstimmungsgespräch zwischen Mags und der Deutschen Glasfaser gegeben. Da ging es ganz gezielt darum, wie Straßenaufbrüche künftig repariert werden. Das Ergebnis: Die Glasfaser bekommt - bis auf eine Ausnahme - keine weiteren Genehmigungen für Straßenaufbrüche, bevor nicht die Arbeiten an anderen Stellen von Mags-Mitarbeitern kontrolliert und abgenommen wurden. Die Ausnahme betrifft die Hauptleitungsverbindung von Günhoven über Mennrath zum Gewerbegebiet Wickrath, da ansonsten das Gewerbegebiet nicht rechtzeitig angeschlossen werden kann.

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Den Fahrplan für die Kontrolle der Arbeiten haben Mags und Deutsche Glasfaser so festgelegt: Sasserath und Buchholz (April), Herrath, Beckrath, Wickrathberg und Wanlo (Mai) und Wickrathhahn (Juni). Erst danach kann es in anderen Stadtteilen weitergehen. "Die Deutsche Glasfaser hat eine fachgerechte Wiederherstellung der bisherigen Aufgrabungen zugesichert", sagt Mags-Sprecherin Anne Peters-Dresen. Schelsen, wo der künftige Glasfaser-Kunde Wolfram Schubert wohnt, zählt allerdings nicht dazu.

Ob die Deutsche Glasfaser ihr Netz allerdings überhaupt noch in anderen Mönchengladbacher Ortsteilen ausbaut, ist höchst ungewiss. Mitte Januar endeten in zehn Stadtteilen die so genannten Nachfragebündelungen, mit denen das Unternehmen das Interesse erkundet und auf deren Grundlage sie über den Ausbau entscheidet. In allen Stadtteilen verfehlte das Unternehmen die selbst gesteckte Zielsetzung von 40 Prozent der Haushalte krachend. Nur in Giesenkirchen und Wickrath wurden die Nachfragebündelungen entsprechend verlängert, doch auch die Extrarunde hat kaum mehr Kunden aktivieren können: Am Montag war Schluss, und in beiden Stadtteilen erreichte das Interesse gerade einmal 18 Prozent. Das Endergebnis soll aber erst feststehen, wenn die letzten Verträge abgeschlossen und ausgezählt sind. Das kann Ende dieser Woche oder noch später sein. Ob bis dahin aber die fraglichen Prozente erreicht sind, ist höchst fraglich. Ob es eine weitere Verlängerung geben wird, dazu war ein Unternehmenssprecher in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen. Wer einen Anschluss in Auftrag gegeben hat, aber nicht zum Zuge kommt, hat noch keinen Vertrag abgeschlossen. Darauf weist die Verbraucherberatung Mönchengladbach hin. Das Unternehmen bestätigte im Februar, dass Aufträge nichtig seien, wenn die 40 Prozent nicht erreicht würden. Im Februar hielt sich die Deutsche Glasfaser offen, in den innenstadtnahen Vierteln Nachfragebündelungen zu wiederholen.

(RP)