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Mönchengladbach: Mädchen rauben an Geldautomaten

Mönchengladbach : Mädchen rauben an Geldautomaten

Die Polizei warnt: Die Kinderbande, die Bankkunden an Geldautomaten bedrängt und beraubt, ist wieder in der Stadt. Gestern wurde eine Mutter mit Kind Opfer von drei Mädchen. Das Trio war vorher beim Ladendiebstahl erwischt worden.

Sie sind erst 13 und 15 Jahre alt, aber schon polizeibekannt: drei Mädchen ohne festen Wohnsitz in Deutschland, aus Südosteuropa stammend. Gestern beraubten sie eine 33-jährige Mönchengladbacherin an einem Geldautomaten an der Bismarckstraße. Nur einen Tag zuvor waren sie bei einem Ladendiebstahl in der Mönchengladbacher Innenstadt erwischt worden. Und es ist wahrscheinlich, dass die Kinder auch zu der Bande gehören, die im vergangenen Jahr zahlreiche Bankkunden in der Stadt bestahl und dabei auch Gewaltanwendungen nicht scheute.

Die 33-jährige Mönchengladbacherin hatte gestern gegen 8.15 Uhr zusammen mit ihrer zweijährigen Tochter den Vorraum einer Bank an der Bismarckstraße betreten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die drei Mädchen bereits in dem Raum. Als die Frau nach Eingabe der PIN Bargeld aus dem Geldautomaten abheben wollte, drängten sich die Kinder zwischen sie. Einem der Mädchen gelang es, mit der Karte der Frau 400 Euro abzuheben. Danach flüchteten die drei jungen Diebinnen auf die Straße. Bei dem Gerangel wurde das 33-jährige Opfer leicht verletzt.

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Da die drei Kinder bereits am Montag bei einem Ladendiebstahl ertappt worden waren, lagen der Polizei aktuelle Fotos vor, auf denen die 33-Jährige die Täterinnen eindeutig wiedererkannte.

Bereits im vergangenen Jahr kam es zu einer gleich gelagerten Serie von dreisten Diebstählen, die alle nach dem gleichen Muster abliefen: ablenken, bedrängeln, stehlen, abhauen. Manchmal werden die Kinder-Täter erwischt, aber bis jetzt mussten sie immer wieder laufengelassen werden. Die Mönchengladbacher Polizei schnappte im vergangenen Jahr zwei zehn und elf Jahre alten Jungen, die unter leicht abgeänderten Personalien bereits von der Polizei in Köln gesucht wurden.

Außerdem ging ein 13-Jähriger ins Netz, der schon dreimal festgehalten werden konnte und dann doch wieder freigelassen werden musste, weil er nicht strafmündig ist. Die Mädchen, die die 33-Jährige beraubten, sind zwar identifiziert, aber ebenfalls auf freiem Fuß. Sie konnten flüchten. Die Eltern sind nicht bekannt, die angegebenen Personalien oft falsch.

Die Polizei bittet Kunden an Geldautomaten um Aufmerksamkeit: "Bitte beobachten Sie das Umfeld um die Automaten." Die jungen Täter warten offensichtlich im Vorraum und beobachteten ihre späteren Opfer. Sie warteten so lange, bis die Geschädigten die PIN-Eingabe abgeschlossen haben, um dann in einem provozierten Durcheinander selbst Bargeld abzuheben. Wer am Automaten bedrängt wird, sollte sofort die Abbruchtaste drücken, rät die Polizei. Sie setzt auf die Aufmerksamkeit der Bürger.

Wer verdächtige Beobachtungen macht, sollte sofort die Polizei informieren (Telefon 02161 290) oder sich an das Bankpersonal wenden.

(RP/rl)