Kunst in Mönchengladbach Die Kirche, die ihrer Zeit Jahrzehnte voraus war

Mönchengladbach · Die Begriffe Kunst und Kirche sind seit langem eng verbunden. Beim Sakralbau von Sankt Franziskus in Rheydt, der jetzt vor einem Jubiläum steht, wird das durch die Namen Dominikus Böhm und Markus Lüpertz besonders deutlich.

 Die Kirche St. Franziskus mit der Skulptur des namensgebenden Heiligen von Bert Gerresheim.

Die Kirche St. Franziskus mit der Skulptur des namensgebenden Heiligen von Bert Gerresheim.

Foto: Ilgner,Detlef (ilg)/Ilgner Detlef (ilg)

Stolze 90 Jahre alt wird in wenigen Wochen die Kirche St. Franziskus in Rheydt-Geneicken – „ein Alter, das man ihr nicht ansieht“, meint der „Hausherr“, Pfarrer Klaus Hurtz. „Das Gebäude mutet an wie eine typische Kirche aus den 1950er-Jahren.“ Böhm gelang es, mehrere Jahrzehnte Sakralbau vorwegzunehmen – ein kunsthistorisches Meisterwerk. So kannte bereits Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die Kirche, weil er auf dem Weg zum Schloss Rheydt öfters daran vorbeifahren musste. Er hasste den schlicht anmutenden Backsteinsaalbau zutiefst. Das sei eine hässliche „Scheune“, soll er gesagt haben, was Klaus Hurtz heute als Kompliment empfindet. „Ich bin froh, dass wir ihn ärgern konnten.“