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Mönchengladbach: Literarischer Sommer mit drei Schwestern, Birken und Messias

Mönchengladbach : Literarischer Sommer mit drei Schwestern, Birken und Messias

Vier der 27 Lesungen des deutsch-niederländischen Literaturfestivals sind in Mönchengladbach.

Drei Neue und ein alter Bekannter (Arnon Grünberg) stellen sich und ihre neuen Romane in den Sommermonaten mit Lesungen in der Vitusstadt vor. Zwischen dem 9. Juli und dem 29. August werden die Autorinnen Anne Gesthuysen und Olga Grjasnowa und ihre Kollegen Stephan Enter und Arnon Grünberg in Mönchengladbach erwartet.

Arnon Grünberg liest am 29. August in der Zentralbibliothek aus seinem Roman "Der jüdische Messias". Anne Gesthuysen eröffnet die Reihe der Lesungen am 9. Juli in der Stadtteilbibliothek Rheydt mit "Wir sind doch Schwestern". Foto: Ilgner/Dieker

Zum 14. Mal in Folge ist die Stadt Partner beim Literaturfestival "Literarischer Sommer". Vor Ort organisiert Arno van Rijn, Leiter der Stadtteilbibliothek Rheydt, die Lesungen, bereits seit den Anfängen im Sommer 2000. "Damals waren nur die Städte Krefeld, Neuss und Mönchengladbach beteiligt", sagt van Rijn, seit 2001 aber ist der Literarische Sommer eine binationale Angelegenheit. Auch einige niederländische Städte gesellten sich in den Veranstalter-Reigen. Da in den Niederlanden gegenwärtig stark an der Kultur gespart werde, so van Rijn, der selbst die niederländische Staatsbürgerschaft hat, seien in diesem Jahr die Städte Venlo und Roermond nicht mehr dabei. Die 27 Lese-Events verteilen sich diesmal also auf sechs deutsche und drei niederländische Städte der Region.

Die terminliche Einbettung in die sommerliche Reisezeit bedingt, dass der Literarische Sommer Themen wie Reise, Urlaub und Unterwegs-Sein besonders im Blick hat.

Die Viererreihe in Mönchengladbach eröffnet die Journalistin Anne Gesthuysen, bekannt als Moderatorin des ARD-Morgenmagazins, mit ihrem Ende 2012 erschienenen und bereits auf den Bestsellerlisten geführten Erstlingsroman "Wir sind doch Schwestern". Gesthuysen verarbeitet darin die Lebensgeschichte ihrer drei hochbetagten Großtanten, Ausgangspunkt ist der 100. Geburtstag der ältesten. "Daraus entwickelt die Autorin das Porträt eines Jahrhunderts", so van Rijn.

"Es ist ein Geschenk, wenn man einen Bibliothekar im Haus hat, der fließend niederländisch spricht", lobt Fachbereichsleiter Guido Weyer den Bibliotheksleiter der Stadtteilbibliothek. Van Rijn kennt bereits die in deutscher Übersetzung präsentierten Romane von Stephan Enter (31. Juli) und Arnon Grünberg (29. August) in der Originalfassung.

Bevor die beiden niederländischen Schriftsteller ihre Bücher "Im Griff" (Enter) im Geneickener Bahnhof und "Der jüdische Messias" (Grünberg, Zentralbibliothek) aus ihren Werken vortragen, besucht zuvor am 17. Juli die aus Baku (Aserbaidschan) stammende, im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland übergesiedelte Olga Grjasnowa die Rheydter Bibliothek. Sie trägt Passagen aus ihrem Roman "Der Russe ist einer, der Birken liebt" vor. Grjasnowa erzählt die Geschichte der Jüdin Mascha aus Aserbaidschan.

Einzeltickets für die vier Lesungen gibt es in der Zentralbibliothek und in der Stadtteilbibliothek Rheydt zum Preis von 7 (ermäßigt 5) Euro. Die Festivalkarte für sämtliche Lesungen des Literarischen Sommers gibt es für 25 Euro.

Mehr Informationen: www.literarischer-sommer.eu

(RP)